E-Books: Kein Fall für Leseratten

30.03.2001
Im Frühjahr letzten Jahres machten E-Books zum ersten Mal groß von sich reden - mit Stephen Kings Online-Publikation "Riding the bullet". Noch am Erscheinungstag wurde der Schmöker von über 400000 Käufern heruntergeladen. Von einem E-Book-Boom kann indes keine Rede sein.

Dabei haben digitalisierte Bücher ihre Vorteile: Sie sind oft um 30 bis 50 Prozent billiger als Taschenbücher, da Druck- und Versandkosten wegfallen. Sie bieten zudem komfortable Hilfsfunktionen, beispielsweise die Suche nach Wörtern, Redewendungen oder Kapiteln. Enthalten ist meist außerdem ein integriertes Nachschlagewerk: Unbekannte Begriffe lassen sich in einem Lexikon nachschlagen.

"REB 1100" und "REB 1200"
"REB 1100" und "REB 1200"

Und geht Samstagnacht der Lesestoff aus, so kann ein Buch schnell aus dem Internet geladen werden. Als Ausgabemedien stehen PCs und Laptops, spezielle E-Book-Hardware oder PDAs zur Verfügung. Nötig ist dafür immer die entsprechende, meist kostenlos erhältliche Software: Adobe Acrobat Reader, Microsoft Reader oder Glassbook-Reader.

Doch so richtig kommt das Geschäft mit E-Books nicht in Schwung. Denn das "Format" der Bücher passt noch nicht: Der PC ist für diesen Einsatzzweck nicht ideal - beispielsweise kann ein Schmöker nicht auf dem Sofa gelesen werden. Und die Bettlektüre am Notebook ist auch nicht sehr gemütlich. Spezielle Lesegeräte wiederum sind teuer. Vorausgesetzt, das Reisegepäck besteht eh schon aus Notebook, Handy und PDA, so muss mit ihnen ein viertes Teil transportiert werden, das auch noch um die 700 Gramm wiegt, so das "Rocket-E-Book" von Gemstar zum Preis von 675 Mark.

Das Manko der handlichen PDAs: Sie bieten mit ihrem Mini-Display derzeit noch keine befriedigende Darstellung für das Dauer-Schmökern. Doch für das Lesen elektronischer Nachrichten oder einer Kurzgeschichte während einer Zugfahrt reichen die Kleinen allemal aus. So bietet beispielsweise das französische Startup-Unternehmen Mobipocket jetzt die deutsche Version des E-Book-Readers "Mobipocket" für PDAs zum Gratis-Download an. Er kann auf allen Handhelds verwendet werden: unter Palm-OS, Windows CE und Psions Epoc. Wie kommen die Daten in das Lesegerät? Die gängigste Methode: Die Bücher werden aus dem Internet auf die Festplatte des PC geladen und von dort auf das E-Book oder den PDA transferiert.

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