Reader aber vielen zu teuer

E-Books gewinnen Sympathie der Leser

14.10.2008
Von pte pte
Leser treten elektronischen Büchern weit aufgeschlossener gegenüber als erwartet.

Laut einer aktuellen Umfrage des Literaturportals LovelyBooks sind 85 Prozent zumindest theoretisch dazu bereit, E-Books zu konsumieren. Allerdings sagen nur 57 Prozent, sie würden sich einen dafür notwendigen E-Book-Reader kaufen. Die wichtigsten Voraussetzungen sind, dass das betreffende Gerät einfach zu bedienen und ein komfortables Lesen darauf möglich ist. "Dass deutlich weniger Leute sagen, sie würden sich einen Reader kaufen, als grundsätzlich zum E-Book-Konsum bereit sind, liegt am derzeit noch hohen Preis der Geräte", meint Sandra Dittert, Geschäftsführerin von LovelyBooks, im Gespräch mit pressetext. Die allgemeine Akzeptanz sei überraschend hoch, die tatsächliche Verbreitung elektronischer Bücher hierzulande jedoch noch sehr gering.

Ist das klassische Buch bald schon Geschichte?
Ist das klassische Buch bald schon Geschichte?
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72 Prozent der befragten Leser würden für einen E-Book-Reader maximal 200 Euro ausgeben und 81 Prozent erwarten sich, dass die elektronischen Bücher günstiger als gedruckte Versionen angeboten werden müssen. Im Zuge der Studie wurden 600 Nutzer des Literaturportals befragt, die laut Dittert dem Thema E-Books bzw. dem Internet generell aufgeschlossener gegenüberstehen als die Durchschnittsbevölkerung. Doch auch in dieser Zielgruppe haben erst zwölf Prozent tatsächlich bereits ein elektronisches Buch erworben. "In den USA ist die Entwicklung sehr viel weiter vorangeschritten. Das liegt auch daran, dass es hierzulande bisher zumeist nur rechtefreie Werke als elektronische Version gibt", so Dittert weiter. Die Bestsellerlisten, wie sie in den USA, aber auch in England angeboten werden, seien im deutschsprachigen Raum noch nicht erhältlich.

Dass gedruckte Werke mit der voranschreitenden Verbreitung von E-Books irgendwann verdrängt werden könnten, ist kein Thema. "Das klassische Buch bleibt auf jeden Fall erhalten. Hinzu kommt, dass sich der Markt für elektronische Bücher nur langsam entwickeln und der Anteil am Gesamtgeschäft wohl eher klein bleiben wird", prognostiziert Dittert gegenüber pressetext. Das bestätigt sich auch auf Konsumentenseite: Nur ein Prozent glaubt, dass das gedruckte Buch komplett vom E-Book verdrängt wird. So ist vielmehr von einer Koexistenz auszugehen, wobei beide Bereiche ihre Vorteile mit sich bringen.

Das Leseverhalten werde sich nicht großartig ändern und die Haptik des Buches von einem Reader kaum ersetzt werden, so Birgit Schmitz, Lektorin bei dem Verlag Kiepenheuer und Witsch. Das E-Book wiederum bringt auf seine Art neue Vorteile für den Leser mit sich. "Wie wir aus dem Feedback unserer Nutzer wissen, ist das E-Book vor allem unterwegs, etwa im Urlaub sehr gefragt. Immerhin lassen sich darauf unzählige Bücher gleichzeitig mitnehmen, während zum Beispiel zehn Hardcover ein enormes Gewicht hätten", erklärt Dittert. Außerdem können mit Geräten wie Amazons Kindle via UMTS oder WLAN jederzeit und an jedem Ort neue Bücher heruntergeladen werden. Damit spielen Ladenöffnungszeiten keine Rolle mehr, alles ist sofort verfügbar. (pte)