Forrester über Internet of Things

Dynamisches Chaos im IoT-Markt

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Internet der Dinge-Plattformen sind ein junges Angebot, im dem sich derzeit viele kleine Anbieter tummeln. Forrester empfiehlt dennoch, die Vorzüge möglichst schnell zu nutzen.
Die Grafik zeigt, wie IoT-Plattformen Connected Devices und die Firmen-IT verbindet.
Die Grafik zeigt, wie IoT-Plattformen Connected Devices und die Firmen-IT verbindet.
Foto: Forrester Research

An der Internet of Things-Front (IoT) geht es aus CIO-Sicht derzeit chaotisch zu. "Die noch in den Kinderschuhen steckende Anbieterlandschaft ist bereits überfüllt von Anbietern, Service-Providern und Systemintegratoren, die Software-Lösungen platzieren", heißt es in einer aktuellen Forrester-Studie. "Die Lösungen sollen den Unternehmen die Aufgabe erleichtern helfen, durch IoT ermöglichte Produkte zu vernetzen, einzusetzen und zu betreiben."

Die Botschaft der Analysten von Forrester Research: Es stehen Umbruchjahre bevor. Bis etwa 2020 müssen sich IT-Chefs in einem Dickicht von Silo-Lösungen zurechtfinden, die zum Teil auch Enterprise-Funktionalitäten aufweisen. Erst nach dieser Phase sind integrierte IoT- und Enterprise-Plattformen auf dem Markt, was Stabilität in diesem Bereich bringen wird.

In 5 Jahren sind die Angebote ausgereift

Dabei trägt die Forrester-Studie einen Titel, der durchaus zuversichtlich stimmt: "Internet-of-Things Software Platforms Simplify Transformation of Business Operations". Gleichwohl wird eine momentan durchaus schwierige Gemengelage beschrieben, die insbesondere Hersteller von mit dem Internet verbundenen Produkten betreffen. An sich fehlt es dem jungen Markt eben noch rund fünf Jahre an Reife. Aber so lange können sich die CIOs in diesen Branchen eben nicht Zeit lassen. Sie müssen ihrem Business schon jetzt die für IoT benötigten spezifischen Systeme bereitstellen.

Die Entwicklung und der Einsatz smarter und vernetzter Produkte und das Neuerfinden alter Geräte sei in hohem Maße herausfordernd, schreiben die Autoren Michele Pelino und Frank E. Gillett. Es erfordere die Koordination von Netzwerkkonnektivität, Application Protocols, Data Analytics und System Management. "Um hierbei erfolgreich zu sein, werden sich CIOs einer neuen Kategorie von Software zuwenden: IoT-Plattformen", so die Analysten weiter.

Definition von IoT-Plattformen

IoT-Plattformen vereinfachen die Prozesse der Entwicklung, der Vernetzung, der Kontrolle und der Erfassung von Informationen, die Connected Products liefern. Sie ermöglichen es den Firmen, schneller auf sich verändernde Kundenanforderungen zu reagieren. Forrester liefert diese Definition: "Software-Lösungen, die mit Smart Devices und Infrastruktur verbunden sind und diese managen - mit dem Ziel, operative Daten und Kontrolle in Business- und Kundenprozesse zu integrieren."

Zwei Drittel der High-Tech-Firmen investieren

66 Prozent der Entscheider in der High-Tech-Industrie planen laut Studie in den kommenden beiden Jahren die Einführung von IoT-Systemen. Betrachtet man alle Branchen, so ist es die Hälfte aller Unternehmen. Bei der Integration mit den vorhandenen digitalen Initiativen werden sich CIOs um Sicherheit, Daten- und Software-Integration und Business Analytics kümmern müssen. Eine enge Zusammenarbeit mit den Fachbereichen erscheint dabei unabdingbar.

Eine zentrale Aufgabe ist es, die Entwicklung neuer IoT-Produkte zu ermöglichen und sie mit bestehenden Systemen zu verzahnen. Forrester merkt dazu an, dass die Produktdesigner nur wenige Erfahrungen mit Themen wie Sicherheit oder Datenschutz haben. Genau an dieser Stelle sei die Expertise der IT-Abteilungen gefragt.

IT-Abteilungen müssen helfen

Das gilt ebenso für die Einbindung von Legacy-Produkten und -Systemen in das IoT-Framework. "Das Team des CIOs wird beim Ausloten der Optionen helfen, so dass auf überkommene Weise vernetzte Produkte und Güter ein Upgrade bekommen und mit modernen Business-Applikationen vernetzt werden können", heißt es in der Studie. Dafür nötig sei eine koordinierte Strategie, die das Business miteinschließt.

5 Hürden beim IoT-Ausbau

Beim IoT-Ausbau sind laut Forrester Research insbesondere fünf Hürden zu überwinden:

  • Erstens die Verbindung von Geräten über Netzwerkgrenzen hinweg

  • Zweitens die Sicherung von eingebetteten IoT-Geräten mit Fernzugriff vor Eindringlingen

  • Drittens die Beschaffung und Steuerung mannigfaltiger Typen von Sensoren und Geräten

  • Viertens die Analyse und Transformation massiver Mengen an Sensordaten in verarbeitbare Erkenntnisse und Handlungen

  • Fünftens schließlich der Aufbau von durch IoT ermöglichter Prozess-Software und ihre Integration mit den anderen Anwendungen.

Inhalt dieses Artikels

 

Erik

Der Markt hat sich dahingehend soviel weiter entwickelt und die Anbieter sind um vieles besser geworden. Viele haben sich spezialisiert andere haben sich breiter aufgestellt. Dennoch ist die Palette der IoT Plattformen gerade international sehr breit. Gerade wenn man in den USA schaut scheint mittlerweile jeder auf den Zug aufgesprungen. In Deutschland ist der Markt dahingehend noch überschaubar... Glück für die wenigen Anbieter die es da gibt. Dennoch frage ich mich, ist Deutschland schon soweit dies auch produktiv einzusetzen, oder hinken wir Deutschen auch da etwas hinterher?

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