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DVD-Jon bleibt im Visier der Staatsanwälte

21.01.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach dem Freispruch für Jon Lech Johansen alias ‚DVD-Jon‘ hat die Staatsanwaltschaft in Oslo Berufung gegen das Urteil eingelegt. Johansen hatte vor rund vier Jahren das Programm ‚DeCSS‘ entwickelt und ins Netz gestellt, mit dessen Hilfe sich kopiergeschützte DVD-Filme unter Linux extrahieren und in andere Dateiformate umwandeln ließen. Die Richter am Osloer Amtsgericht begründeten ihren Freispruch damit, dass der Angeklagte kein norwegisches Gesetz gebrochen habe und deshalb auch nicht verurteilt werden könne. Damit wollen sich die Staatsanwälte jedoch nicht zufrieden geben. Sie argumentieren weiter damit, dass durch das Programm ein immenser Schaden für die Rechteinhaber entstanden sei. In der ersten Instanz hatten sie eine dreimonatige Bewährungsstrafe für Johansen gefordert. (ba)