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Dumm gelaufen: Indische CIOs müssen offshore beschaffen

12.06.2007
Der Kreis schließt sich: Weil Unternehmen aus den USA und Europa in Indien auf IT-Ressourcen zugreifen, müssen indische CIOs ihre Dienstleistungen künftig in Ostasien beschaffen – oder sogar auf die USA ausweichen.

Indische CIOs können sich darauf einstellen, IT-Dienstleistungen zunehmend aus Offshore-Regionen zu beziehen. Gründe hierfür sind der Fachkräftemangel vor Ort sowie die geringe Qualität der lokalen Service-Provider, berichtet die IT-Beratung Gartner. Bislang haben sich indische Konzerne fast ausschließlich an den Service-Angeboten des Landes orientiert, doch künftig müssen CIOs des Subkontinents Dienstleister in Singapur, China oder sogar in den USA als Auftragnehmer in Betracht ziehen, so ein Sprecher von Gartner gegenüber dem "IDG News Service" in Bangalore, einer Konzernschwester der Computerwoche.

Die offshore bezogenen Dienste würden zwar teurer als die Services im Heimatland sein, so Gartner, doch könnten indische CIOs damit immerhin sicherstellen, die gewünschte Qualität an Dienstleistungen zu erhalten. Angetrieben wird die Entwicklung durch den sich auch in Indien ausweitenden IT-Fachkräftemangel, der aus der steigenden Nachfrage aus den Industrienationen resultiert. Hinzu kommt das rasante Wirtschaftswachstum in Indien selbst, das den Bedarf an IT-Ressourcen vor Ort steigen lässt. Im jüngsten "Fiskaljahr", das traditionell Ende März abgeschlossen wird, stieg das Bruttosozialprodukt Indiens um 9,2 Prozent. Gleichzeitig legten die IT-Budgets um 16 Prozent zu, so Gartner. Das Wachstum der IT-Budgets im Rest der Welt belief sich auf magere drei Prozent im Durchschnitt.

Neben dem IT-Fachwissen herrscht in Indien auch eine rege Nachfrage nach Managern aus Fachabteilungen mit umfassendem Branchen-Know-how. Dies liegt daran, dass die großen Outsourcer Indiens zunehmend Mitarbeiter aus Anwenderunternehmen vor Ort abwerben, um sich vertikales Wissen für ihre Branchenlösungen anzueignen. Betroffen sind in erster Linie Finanzdienstleister, das produzierende Gewerbe sowie der Handel. Die Umsätze indischer Outsourcing-Konzerne sind in den vergangenen Jahren jeweils um mindestens 30 Prozent gestiegen. Das Hauptinteresse der Anbieter gilt den Märkten in Übersee, weil dort die Margen höher sind als im Geschäft mit lokalen Kunden. (ajf)