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Dubiose "Wundermittel" bei Amazon, Ebay und Co

Thomas Cloer
Thomas Cloer ist verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks (BR) werden über Online-Plattformen wie Amazon und Ebay teils stark gesundheitsgefährdende "Wundermittel" verkauft.

Der BR-Reporter Jochen Eichner hat nach Angaben des Senders im Internet Medikamente entdeckt, die der Gesundheit schaden und nicht nutzen. "MMS" heißt seinen Recherchen zufolge etwa ein Mittel, das angeblich sogar Krebs und Beckenbrüche heilen kann - in Wahrheit aber hochgiftig ist. Das angebliche Naturheilpräparat ist ganz einfach im Internet zu bestellen; und das, obwohl der Verkauf als Arzneimittel verboten ist und bei vielen Käufern bereits beängstigende Nebenwirkungen hervorgerufen hat.

MMS sei kein Einzelfall, heißte es weiter. Quacksalber verkauften im Netz zig andere gefährliche Produkte: Diätpillen, Potenzmittel, Pseudomedikamente. Die Liste lasse sich fast beliebig fortsetzen. Die Anbieter sind demnach zahlreich, die meisten operieren aus dem Ausland, aber einige kommen auch aus Bayern - und sie alle profitieren von den hervorragenden Verkaufsbedingungen im Internet.

Rechtlich sind die Betreiber von Handelsplattformen im Netz nicht dazu verpflichtet, jeden Artikel zu überprüfen, der von privaten Händlern angeboten wird. Amazon erklärte auf Anfrage, erst dann tätig zu werden, wenn es von Dritten auf verbotene Aktivitäten hingewiesen werde. Grundsätzlich sei Anbietern aber der Verkauf illegaler Waren untersagt. Bei Ebay suchen Mitarbeiter nach unzulässigen Angeboten, außerdem arbeitet man eigenen Angaben zufolge eng mit Behörden zusammen.

Laut BR haben die beiden "Großen" Amazon und Ebay nun jedenfalls reagiert: Viele der dubiosen Angebote seien inzwischen aus dem Netz entfernt worden oder sollen entfernt werden.

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