Duale Bachelor-Ausbildung erleichtert Berufseinstieg

15.09.2003
Die Fachhochschule Gelsenkrichen entwickelte zusammen mit dem Trainingsanbieter Siemens Business Services einen dualen Bachelor-Studiengang, der Theorie und Berufspraxis verknüpft.

Studierende, die sich für die Kombination von Studium und Beruf entscheiden, lernen die Arbeitswelt bereits während ihrer Ausbildung kennen. Siemens Business Services (SBS) entwickelte in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Gelsenkirchen den dualen Abschluss “Bachelor of Information and Communications”.

Er verknüpft Theorie und Praxis im Verhältnis 2:1. In Blöcken absolvieren die Studenten einen dreijährigen Studiengang. Gleichzeitig haben sie einen Ausbildungsvertrag mit einem Partnerunternehmen von SBS. Dort verbringen sie die Praktikumsphasen und bearbeiten gegen Ende des Studiums ein Kundenprojekt für ihre Abschlussarbeit.

Die Studienkosten werden zum Teil von den Partnerunternehmen getragen. Dazu Professor Detlef Mansel, der das Projekt auf Seiten der FH Gelsenkirchen betreut: „Diese Hürde garantiert ein hohes Engagement der Firma.“ Im Gegenzug verlangen viele der Partnerfirmen von den Absolventen, mindestens drei Jahre nach dem Studium im Unternehmen zu bleiben. Doch das Studium hat auch für die Lernenden seinen Preis: Lange Semesterferien gibt es nicht, die Urlaubsregelung orientiert sich am Ausbildungsvertrag. Die Teilnehmer erwarten 220 Studien- und Arbeitstage pro Jahr.

“Wir haben einen sehr guten Kontakt zu Arbeitgebern und wissen, welche Technologien sie einsetzen und was für Erfordernisse sie haben”, berichtet Professor Stephan Rempel, Studienleiter des Trainingsanbieters SBS. “Die Herangehensweise ist deshalb auch eine ganz andere als bei einem normalen Informatik-Studiengang. Bei uns geht es um das passende Wissen, das die Studenten im Berufsalltag einsetzen können.”

Die Vorauswahl der Studienteilnehmer ist streng. Wer die formalen Eingangsvoraussetzungen erfüllt, muss sich einem DV-Eignungstest unterziehen. Hinzu kommt ein intensives persönliches Bewerbungsgespräch. “Schon im Auswahlverfahren achten wir darauf, dass die Studenten auch soziale Kompetenzen mitbringen; optimal finden wir Beraterpersönlichkeiten”, erklärt Rempel. Nimmt ein Bewerber alle Hürden, werden seine Daten zunächst in einen Pool aufgenommen. Die beteiligten Unternehmen können bei der Auswahl ihrer künftigen Mitarbeiter auf die dort gespeicherten Profile zurückgreifen oder auch geeignete Kandidaten vorschlagen, wenn beispielsweise ein Abiturient nach seiner Lehre an ein Studium denkt.

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