Spiegelreflexkamera für Full-HD-Videos

DSLR Panasonic DMC-GH1 im Test

Verena Ottmann ist seit 16 Jahren bei PC-WELT für Hardware-Themen zuständig. Mit Ratgebern, Tests und Tipps informiert sie im Heft und auf den Online-Plattformen über Wissenswertes rund um Digitalkameras und externe Festplatten. Außerdem kümmert sich Verena Ottmann als Heftkoordinatorin um die Planung und Realisierung der AndroidWelt. Privat interessiert sie sich für alles, was man auf dem Fernseher oder der Stereoanlage ausgeben kann.
Die DMC-GH1 ist die zweite Micro-Four-Thirds-Digitalkamera von Panasonic - und kostet etwa doppelt so viel wie das erste Modell. Lesen Sie im Test, ob sich der Preis lohnt.

Testbericht zur digitalen Spiegelreflexkamera DMC-GH1 von Panasonic

Mit der DMC-GH1 bringt Panasonic seine zweite Kamera im Micro-Four-Thirds-Format auf den Markt. Der Hauptunterschied zur Vorgängerin DMC-G1: Die neue Kamera kann Full-HD-Videos mit 1920 x 1080 Pixeln und 25 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Als Video-Format kann man AVCHD oder Quicktime Motion-JPEG auswählen. Der gigantische Preisunterschied - die DMC-GH1 ist 900 Euro teurer als ihre Vorgängering - geht vor allem auf das Kit-Objektiv zurück. Bei der DMC-GH1 bekommen Sie ein Superzoom-Objektiv mit einer Brennweite von 14-140 Millimeter und integriertem Bildstabilisator. Die DMC-G1 kommt dagegen "nur" mit einer 14-45mm-Linse.

Ausstattung: Über das Moduswählrad der DMC-GH1 gelangen Sie zu den Motivprogrammen und der Motivprogrammautomatik der Panasonic-Digitalkamera. Außerdem gibt es eine Einstellung (Symbol Malerpalette), über die Sie Ihren Bildern einen Blau- oder Rotstich verpassen können. Den Videomodus aktivieren Sie über einen Knopf neben dem Moduswählrad. Die Aufnahme starten Sie über einen roten Knopf rechts oben an der Gehäuserückseite der DMC-GH1. Während des Video-Drehs sind auch Tonaufnahmen über das Stereomikrofon möglich.

Handhabung: In der DMC-GH1 verbaut Panasonic einen elektronischen Sucher, der uns nicht überzeugte. Das Sucherbild der Digitalkamera ist grobkörnig und zeigt bei schnellen Schwenks die für einen langsamen Bildaufbau typischen grünen und roten Längslinien. Das Bedienfeld auf der Rückseite der DMC-GH1 zeigt, dass sich das Panasonic-Modell an anspruchsvolle und erfahrene Fotografen richtet: Die 19 Tasten und Regler sitzen hauptsächlich auf der rechten Gehäuseseite, was etwas überladen wirkt. Dennoch sind die Funktionen der einzelnen Elemente intuitiv bedienbar. Über das "Q.Menü" ändern Sie bei der DMC-GH1 beispielsweise alle wichtigen Bildparameter. Lichtempfindlichkeit und Weißabgleich sind direkt über das Bedienkreuz zugänglich.

Bildqualität: In Sachen Bildrauschen schlug sich die Panasonic-Digitalkamera mit Wechselobjektiv wacker. Lediglich bei ISO 100 und dann erst wieder bei ISO 1600 und 3200 war das Rauschen der Panasonic DMC-GH1 leicht erhöht, aber immer noch befriedigend. Nur "Ausreichend" konnten wir dagegen dem Wirkungsgrad geben. Das lag vor allem daran, dass die Auflösung zum Bildrand hin - besonders bei langer Brennweite - stark nachließ. Die daraus resultierende Unschärfe an den Rändern können Sie jedoch durch den aktivierten Bildstabilisator am Objektiv auffangen. Allerdings zeigte die Kit-Linse eine deutliche Vignettierung bei kurzer und langer Brennweite.

Fazit: Die ungleichmäßige Auflösung und der daraus resultierende Wirkunsgrad vermasseln der Panasonic DMC-GH1 ein besseres Testergebnis. Außerdem wiegt die Digitalkamera mit dem Kit-Objektiv sehr viel. Dafür bietet sie mit der Full-HD-Videofunktion eine Funktion, die sie von anderen Kameras abhebt.

Alternativen: Die Panasonic DMC-G1 - Panasonics erste Micro-Four-Third-Digitalkamera - kostet derzeit knapp 600 Euro. Zwar können Sie mir ihr keine Full-HD-Videos aufnehmen. Die Bildqualität der ansonsten gleich ausgestatteten Digitalkamera war jedoch deutlich besser als die der DMC-GH1 - vor allem, was den Wirkungsgrad angeht.

Varianten:
Panasonic DMC-GH1 schwarz
Panasonic DMC-GH1 rot