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Droht das Salesforce-Projekt bei Cisco zu kippen?

01.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Was im vergangenen Jahr als Vorzeigeprojekt und Meilenstein für mietbare CRM-Software gefeiert wurde, gerät jetzt ins Stocken. Der 2004 groß angekündigte Deal zwischen Cisco und Salesforce.com, Dienstleister und Hosting-Anbieter für CRM-Applikationen liegt den Analysten von JMP Securities zufolge nicht mehr im Plan. Ursprünglich habe das Abkommen der beiden Unternehmen vorgesehen, dass in der zweiten Jahreshälfte 2004 bei Cisco relativ zügig 2000 CRM-Arbeitsplätze mit der Salesforce-Software arbeiten. Bis Juni 2005 sollte das Volumen auf 10.000 Seats ausgedehnt werden.

Doch bis jetzt, so die JMP-Angaben, sind lediglich 1000 Benutzer live geschaltet. Als Gründe nennen die Experten Akzeptanzprobleme der Anwender und hohe Integrationsherausforderungen. Cisco-Mitarbeiter sollen das Fehlen einiger der für sie wichtigen CRM-Funktionen beklagen, das IT-Personal der Netzwerker kämpfe mit der Anbindung der Salesforce-Programme an die entsprechenden hausinternen Tools. Für viele stelle sich die Frage, ob es sinnvoll sei, eine im hohen Maß anpassungsbedürftige CRM-Umgebung als Hosting-Lösung zu betreiben.

Cisco und Salesforce.com wollten sich zu den Problemen nicht näher äußern. Der ursprünglich geplante Ausbau sei jetzt auf den März 2006 verschoben worden. Doch Analysten zweifeln, ob dies gelingen wird. Bei Nucleus Research etwa gibt man zu bedenken, dass es an der Salesforce-Plattform selbst zwar nichts auszusetzen gebe, deren Skalierbarkeit auf das bei Cisco geplante Volumen bislang jedoch nicht bewiesen sei. Das Versprechen eines schnellen Roll-out und Return on Investment habe man nur bei kleinen und mittelständischen Firmen erfolgreich unter Beweis gestellt. (ue)