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Drohender Preisanstieg bei LCD-Komponenten

25.02.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Während in anderen Marktsegmenten Rohstoff- und Lagerüberschüsse die Preise drücken, soll eine weltweite Knappheit an dem Basismaterial für Flüssigkristall-Anzeigen, dem sogenannten Motherglass, die Kosten von Produkten mit LCD-Komponenten in die Höhe treiben. Nach Ansicht des US-Marktforschungsunternehmens Provizio wird der Engpass an der LCD-Basiskomponente zur Herstellung von Flüssigkristallmonitoren nicht nur die Hersteller von Flachbildschirmen unter Druck setzen (Computerwoche online berichtete). Die Auguren rechnen auch mit negativen Auswirkungen auf andere Produktsegmente, in denen LCDs verbaut werden, beispielsweise Notebooks oder Handys. Eine kurzfristige Entspannung der Situation ist nicht in Sicht: Da die Motherglass-Produzenten nicht schnell genug auf den Versorgungsengpass

reagieren können, rechnet Provizio-Chef Tim Rhodes, dass die Knappheit bis 2003 andauern wird. So kam es bereits 1999 zu einem Mangel an Motherglass, der bis ins Jahr 2000 anhielt. Anschließend sorgte der Produktionsanstieg für eine Überversorgung im vergangenen Jahr.

Die Knappheit ist das Resultat der gestiegenen Nachfrage nach Produkten mit LDC-Displays wie Notebooks, Flachbildschirmen und PDAs: Im Januar 2000 hatte der weltweite Bedarf an Motherglass noch 600 000 Quadratmeter betragen. Bis Ende des Jahres war die Nachfrage auf 810 000 Quadratmeter gestiegen, seitdem kletterte der Bedarf jeden Monat um zehn Prozent. Eine kurzfristige Lösung des Problems ist laut Rhodes nicht in Sicht: So hätten einige der wichtigsten Produzenten noch nicht entschieden, ob sie neue Fertigungsstätten bauen. Außerdem vergehen zirka zwei Jahre, bis ein Werk betriebsbereit ist. Erschwerend auf die Situation wirkt sich auch die Schließung einer Fertigungsstätte des japanischen Herstellers NH Techno Glass im vergangenen Monat aus. Das Werk deckte rund zehn Prozent des weltweiten Bedarfs an Motherglas und versorgte Kunden wie Fujitsu oder Samsung. (mb)