Dritte GPL-Version in Arbeit

Ludger Schmitz ist freiberuflicher IT-Journalist in Kelheim. Er ist spezialisiert auf Open Source und neue Open-Initiativen.
Open-Source-Institutionen arbeiten an einer neuen General Public License.

Seit rund 14 Jahren gibt es die General Public License (GPL), jetzt ist eine Neufassung unumgänglich geworden. Ihr Initiator, die Free Software Foundation (FSF), arbeitet gemeinsam mit der Open Source Initiative, zuständig für die Genehmigung von Open-Source-Lizenzen, an einer reformierten dritten Version. Bei dieser Gelegenheit soll der inzwischen undurchschaubare Dschungel der Lizenzen für quelloffene Software radikal gelichtet werden.

Reform ist überfällig

Ex-OSI-Präsident Eric Raymond: "Alle bis auf ein Dutzend Open-Source-Lizenzen sind unnütz."
Ex-OSI-Präsident Eric Raymond: "Alle bis auf ein Dutzend Open-Source-Lizenzen sind unnütz."

Die erste GPL erschien im Juni 1988, erwies sich aber bald als ungeeignet. Daraufhin wurde drei Jahre später, im Juni 1991, eine zweite Version veröffentlicht, die bis heute gültig ist. Als ihr "Vater" gilt der Juraprofessor Eben Moglen, Rechtsvertreter der Free Software Foundation. Er ist auch jetzt einer der wichtigsten Beteiligten, die mit dem Entwurf der kommenden dritten GPL-Version befasst sind.

Die Reform ist überfällig, da die GPL den technischen Entwicklungen der IT nicht mehr entspricht. So kann GPL-lizenzierte Software eigentlich nicht mit proprietärer verknüpft werden, ohne deren Offenlegung zu erzwingen. Unter anderem bei der Nutzung von Web-Services tritt diese Situation aber des Öfteren ein. In der Folge wird die GPL in der Praxis einfach ignoriert. Auch die wesentlich liberalere Lesser GPL (LGPL), deren aktuelle Version 2.1 schon seit sechs Jahren besteht, genügt heutigen Anforderungen nicht mehr.