Provisionen

Drillisch und Telekom beenden Rechtsstreit

22.03.2012
Der Mobilfunkanbieter Drillisch und die Deutsche Telekom haben ihren Streit um Provisionen beigelegt.
Drillisch-Zentrale in Maintal
Drillisch-Zentrale in Maintal
Foto: Drillisch

Alle zwischen den Unternehmen anhängigen Zivilverfahren sollen beendet werden. Der Vollzug dieser Vereinbarung müsse noch vom Bundeskartellamt genehmigt werden, teilte Drillisch in Maintal mit.

Anfang November hatte die Telekom den Maintalern Provisionsbetrug vorgeworfen und die Verträge fristlos gekündigt. Drillisch soll als Vertriebspartner seit Februar 2011 mehrere zehntausend Mobilfunkanschlüsse aktiviert haben, ohne dass tatsächliche Kundenverhältnisse zugrunde gelegen hätten. Die Drillisch-Tochter Simply hatte SIM-Karten an ein Unternehmen verkauft, das diese Karten ausschließlich für Textnachrichten verwendete. Der Streit drehte sich dem Vernehmen nach darum, ob für jede einzelne SIM-Karte Provisionen anfallen oder lediglich für einen Kunden nur einmal. Daher forderten die Bonner die Rückzahlung von Provisionen in Höhe von 1,3 Millionen Euro.

Als es zum öffentlichen Eklat kam, brach die Drillisch-Aktie kurzzeitig um mehr als die Hälfte ein. Der Telekom-Strafanzeige wegen Provisionsbetrug folgte die Drillisch-Anzeige wegen Marktmanipulation. Drillisch nutzte aber die Gunst der Stunde. Kurz nach dem Aktieneinbruch kündigte das Unternehmen an, eigene Aktien in Höhe von vier Prozent des Kapitals zurückzukaufen. Inzwischen hat die Aktie sämtliche Verluste wettgemacht und notiert mit 8,37 Euro etwa auf den Kurs vor dem Eklat. (dpa/tc)