SDN-Spezifikationen

Drei Organisationen entwickeln SDN-Definitionen

Bernd Reder ist freier Journalist mit den Schwerpunkten Netzwerke, IT und Telekommunikation in München.
Derzeit beschäftigen sich drei Organisationen mit der Entwicklung von SDN-Spezifikationen: Neben der im Beitrag angesprochenen Internet Engineering Task Force (IETF) sind dies insbesondere die Open Networking Foundation (ONF) und das OpenDaylight-Konsortium.

Die ONF konzentriert sich auf die Weiterentwicklung des OpenFlow-Protokolls und der Spezifikationen von OpenFlow-Standard-Switches. Der ONF gehören derzeit rund 100 Unternehmen und Forschungseinrichtungen an. Darunter finden sich etliche der größten Telekommunikationsfirmen und Service Provider, etwa die Deutsche Telekom, BT, Telefonica und Verizon. Zudem sind so gut wie alle relevanten Hersteller von Netzwerkausrüstung Mitglied der Organisation.

Das OpenDaylight-Konsortium will standardisierte SDN-Schnittstellen entwickeln und als Open-Source-Software zur Verfügung stellen. Dies gilt unter anderem für den Programmcode in den SDN-Controllern.
Das OpenDaylight-Konsortium will standardisierte SDN-Schnittstellen entwickeln und als Open-Source-Software zur Verfügung stellen. Dies gilt unter anderem für den Programmcode in den SDN-Controllern.
Foto: OpenDaylight Project

Derzeit unterhält die ONF acht Arbeitsgruppen. Sie beschäftigen sich nicht nur mit Themen wie SDN-Frameworks, der Konfiguration solcher Infrastrukturen und dem Forwarding in SDN-Netzen, sondern auch mit der Migration von bestehenden Netzwerken hin zu Software-defined-Networking-Umgebungen und mit Fragen der Interoperabilität von SDN-Produkten. Vor allem das Thema Migration scheint an Aktualität beziehungsweise Dringlichkeit gewonnen zu haben. Denn diese Arbeitsgruppe wurde neu formiert.

OpenDaylight Project

Das OpenDaylight Project hat sich maßgeblich auf die Initiative von Cisco und IBM hin formiert. Es hat gegenwärtig 25 Mitglieder, vorzugsweise Hersteller von Netzwerkkomponenten für Unternehmensnetze. Zu den prominentesten Akteuren zählen, neben Cisco und IBM, Brocade, Citrix, Microsoft, Juniper, Vmware, NEC, der chinesische Netzwerkspezialist Huawei sowie Redhat.

Das Hauptziel von OpenDaylight ist, die Konfusion zu beseitigen, die sich bei SDN breit gemacht, speziell bei den SDN-Controllern. Ein Schwachpunkt ist, dass jeder Hersteller bei diesen Komponenten proprietäre Software einsetzt. OpenDaylight will diese herstellerspezifischen Ansätze durch Standard-Code ersetzen, der als Open-Source-Software freigegeben wird. Ähnliche Defizite bestehen bei SDN im Bereich Network Topology Discovery, also der Analyse und Darstellung der Netzwerktopologie. Auch hier will OpenDaylight Abhilfe schaffen. (hi)