Web

 

Drastischer Umsatzschwund und Entlassungen bei Intershop

12.02.2002
0

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der E-Commerce-Softwareanbieter Intershop AG hat heute vorbörslich Zahlen zum vierten Quartal und Gesamtgeschäftsjahr 2001 vorgelegt. Für die letzten drei Monate des vergangenen Jahres weist das Unternehmen einen Nettoverlust von 24,7 Millionen Euro oder 28 Cent pro Aktie aus nach einem Fehlbetrag von 32,1 Millionen Euro oder 37 Cent im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Quartalseinnahmen betrugen 11,7 Millionen Euro nach 14,7 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2001 meldet Intershop einen Umsatz von 68,7 Millionen Euro, ein drastischer Rückgang gegenüber den 123 Millionen Euro im Jahr 2000. Das Jahresergebnis verschweigt die Jenaer Firma in ihrer Adhoc-Meldung vornehm - kein Wunder, denn der Nettofehlbetrag erhöhte sich im Jahresvergleich von 38,9 auf 131,8 Millionen Euro.

Bedenklich stimmt außerdem die Entwicklung der liquiden Mittel (inklusive börsengängiger Wertpapiere und Barreserven mit Verfügungsbeschränkung). Diese beliefen sich Ende 2000 auf noch auf 112 Millionen Euro und schrumpften zu Ende vergangenen Jahres bereits auf 36,3 Millionen Euro zusammen. Im vierten Quartal 2001 lag der Barmittelverbrauch von Intershop nach eigenen Angaben bei 8,9 Millionen Euro (nach 10,4 Millionen Euro im dritten Quartal).

Allerdings wird Intershop durch eine "vereinfachte Unternehmensstruktur" die Kosten weiter senken: Die Belegschaft soll bis zum Ende des zweiten Quartals von zurzeit 733 um knapp ein Drittel auf 500 Mitarbeiter reduziert werden. Die faschingsgelähmte Börse reagierte bislang mit einem Kursverfall des Intershop-Papiers von knapp vier Prozent auf 1,47 Euro. (tc)