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Drahtlose Frachtverfolgung auf hoher See

21.09.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM und Maersk Logistics haben sich zusammengetan, um ein System für das Tracking von Schiffscontainern zu entwickeln. Der Tamper-Resistant Embedded Controller, kurz Trec, soll es Versendern und Reedereien ermöglichen, ihre Frachten auch aus der Ferne in Echtzeit zu verfolgen.

Von herkömmlichen Funketiketten für die Radio Frequency Identification (RFID) unterscheiden sich die Trec-Devices durch nennenswerte eigene Verarbeitungskapazität und die Fähigkeit, permanent Daten zu empfanden und zu senden. Passive RFID-Tags hingegen erwachen erst dann zum Leben, wenn sie ein Lesegerät passieren.

Das Herzstück des Gesamtsystems bildet ein Computer von der Größe einer Zigarrenschachtel, der sich in den Container integrieren lässt. Mit ihm verbunden sind acht Sensoren, die ständig Werte wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Höhe oder Lichteinfall, vor allem aber die geografische Position messen. Eine Antenne auf dem Dach des Containers sendet diese Daten per Funk an Land - auf lange Entfernungen beispielsweise über das Satelliten-Netz Iridium.

Die übermittelten Informationen fließen laut IBM in verteilte Datenbanken, auf die jeweils nur der Content-Owner zugreifen kann. Das System ist über Smartcard-Authentifizierung gesichert, und die Daten lassen sich für die Übertragung verschlüsseln. Mittels einer Service-orientierten Infrastruktur ist es aber auch möglich, Informationen mit anderen Netzteilnehmern simultan zu nutzen.

Das Gemeinschaftsprojekt von IBM und Maersk Logistics trägt den Namen "Intelligent Trade Lane". Sein Ziel sehen die beiden Partner zum einen in der effizienteren Handhabung logistischer Prozesse, zum anderen in der Sicherheit, die es den Anwendern biete. Die Devices könnten so programmiert werden, dass sie ein Signal senden, wenn der Container geöffnet wird.

Maersk Logistics ist ein Unternehmen der A.P. Moller-Maersk Group. Zu diesem Logistikkonzern gehörte bis Ende vergangenen Jahres auch Maersk Data, mittlerweile von IBM akquiriert. Ab dem kommenden Jahr soll das Trec-Paket auch Drittunternehmen zur Verfügung stehen. Mit ersten Feldtests ist ab dem kommenden November zu rechnen, mit einer großen Pilotinstallation im März 2006. (qua)