Computerchips im Fußball

Doppelpass zwischen IT und Sport

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Forscher des Fraunhofer Instituts haben ein System entwickelt, das Fußballern hilft, die schönste Nebensache der Welt genauer unter die Lupe zu nehmen. Mit dem RedFIR-Miniatursender lässt sich die Position von Ball und Spielern in Echtzeit abrufen.

Ein Fußballspiel dauert 90 Minuten und das Runde muss ins Eckige. Weisheiten aus dem Repertoire der Fußballhistorie, die Kommentatoren immer noch ins Spiel bringen. Dabei wird die Sportart mittlerweile in allen Einzelheiten besprochen und sogar mit IT-Methoden analysiert, wie etwa der RedFIR-Miniatursender zeigt. Ob Ballbesitz, Pässe, Torschüsse oder Flanken - das System hilft Trainern und Zuschauern, zu verstehen, was gerade auf dem Platz passiert. Chip sowie Funktechnik wurde von Forschern des Fraunhofer Instituts für Integrierte Schaltung IIS in Erlangen entwickelt und im Stadion des 1. FC Nürnberg getestet.

Hinter RedFIR verbirgt sich eine Technik zur Lokalisierung von Personen und Objekten in Echtzeit. Miniatursender an den Spielern und im Ball senden Funksignale aus, die verschiedene Funkantennen im Stadion erfassen. Das System ermittelt die Daten und errechnet über ein Linux-Rechnernetz die Standorte der Spieler und des Balls. "Alle Positionen sind zur unmittelbaren oder späteren Verwendung verfügbar", so René Dünkler, Sprecher des Projekts.

Die Daten speist RedFIR automatisch in eine Datenbank, so dass sie auch nach dem Spiel zur Verfügung stehen. Die Forscher des Fraunhofer Instituts sind überzeugt, damit die Auswertung von Spielzügen deutlich zu vereinfachen. "Statt Videoaufzeichnungen mühsam auszuwerten, können Vereine und Fernsehanstalten mit RedFIR auf derartige Datenbanken zugreifen", erklärt Dünkler die Idee hinter dem System. Trainer sind in der Lage, neue Spieler zu testen oder komplette Spiele zu simulieren und Fernsehanstalten können Spielabläufe sofort interpretieren sowie in 3D-Animationen darstellen. Die Technik soll laut Dünkler schließlich auch in anderen Sportarten zum Einsatz kommen.

Besucher der CeBIT können das System in Halle 9, Stand E08 testen, indem sie mit einem Ball samt Chip auf eine Torwand schießen. Die Analyseergebnisse zeigen die Entwickler direkt auf einem Tablet-PC an. Einen Vorgeschmack liefert ein Video auf der Website des Fraunhofer Instituts.