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Übernahmegespräche

Dommermuth feilscht um den Preis von Freenet

04.04.2008
United-Internet-Chef Ralph Dommermuth spricht öffentlich über den Preis für Freenet. Wenn der Deal nicht klappen sollte, sei man auch an einer Auslösung des DSL-Geschäfts von Freenet interessiert.

Der Vorstandschef des Internet-Dienstleisters United Internet, Ralph Dommermuth, hat Hoffnungen auf einen hohen Aufschlag bei einer möglichen Offerte für Freenet gedämpft. "Bei einem Übernahmeangebot halte ich einen Zuschlag von 20 Prozent gegenüber dem Kurs von Donnerstag für denkbar, die Grenze läge dann bei 12,80 Euro", sagte Dommermuth am Freitag in Frankfurt der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Zuletzt notierte die Freenet-Aktie bei 12,66 Euro. Voraussetzung für ein Übernahmeangebot sei aber, dass es zu einer Übernahme von Freenet komme. Spekulationen über einen Preis von 17 Euro wies der Unternehmensgründer zurück. Eine Übernahme zu dem Preis stehe nicht zur Disposition.

Neben einer Komplettübernahme steht alternativ eine Ablösung des DSL-Geschäfts von Freenet im Raum, das dann erworben werden könnte. Als Interessenten gelten auch Versatel sowie Telefonica. Die Partner United Internet und Drillisch haben am Donnerstag mit Freenet Gespräche über eine strategische Kooperation aufgenommen. Neben einer Komplettübernahme ist der Verkauf des DSL-Sparte der norddeutschen Gesellschaft denkbar.

Dommermuth sieht sich für eine Übernahme des Freenet-Breitbandsparte gerüstet. "Wir wären wir sehr gut in der Lage, das DSL-Geschäft von Freenet zu kaufen." Dazu gehörten ungenutzte Kredite sowie der Verkauf von eigenen Aktien, der alleine derzeit rund 300 Millionen Euro einbringen würde. Einen Verkauf des eigenen DSL-Geschäfts schloss Dommermuth aus. "Das eigene DSL-Geschäft ist nicht abhängig von Freenet." Er sehe deswegen keinen Sinn darin, sich davon zu trennen, auch wenn der Kauf der Freenet-Sparte scheitere. (dpa/ajf)