"Social Sentry"

Diskussion um automatisierte Social-Network-Überwachung

29.03.2010
Von pte pte
Mit der Veröffentlichung der Software Social Sentry hat das Unternehmen Teneros eine neue Diskussion um die Wahrung der Privatsphäre in Social Networks ausgelöst.

Laut "New York Times" gibt das Programm Arbeitgebern die Möglichkeit, das Verhalten ihrer Angestellten bei Facebook und Co gegen eine Gebühr zu überwachen. Für Kritiker öffnet das neue Wege des Mobbing und der Diskriminierung.

Auf Angestellte könnten künftig wegen unüberlegten Äußerungen, politischen Ansichten oder auch nur geschmacklosen Witzen schwerwiegende Konsequenzen zukommen. Doch nicht einmal sie glauben, dass sich der neue Einblick in die Privatsphäre von Mitarbeitern noch verhindern lässt.

"Ich bin ein Datenschützer und ich würde nicht vor den Kongress treten und verbieten wollen, dass Dein Chef dein Social-Networking-Profil einsehen kann", so Lewis Malty, Präsident des National Workright Institute. "Du stellst es schließlich der ganzen Welt zur Verfügung." Dennoch seien die neuen automatisierten Überwachungsmöglichkeiten ein "Desaster". Es sei zu erwarten, dass Angestellte in Zukunft für leichtfertige Äußerungen auf scheinbar informellen Plattformen berufliche Konsequenzen zu befürchten hätten.

Gegen eine Gebühr von zwei bis acht Dollar lässte Teneros Firmen die Social-Networking-Aktivitäten ihrer Angestellten überwachen. Welche Informationen dabei ausgewertet würden, obliege den Arbeitgebern, so ein Sprecher von Teneros. Man stelle lediglich die Technologie und Software zur Verfügung. Tatsächlich eröffnet die Software Social Sentry eine neue Dimension der Überwachung. Zwar ist ein Großteil der Information in Social Networks ohnehin öffentliche einsehbar, alleine die Masse der Daten garantierte jedoch einen Rest Privatsphäre. Durch die Automatisierung der Beobachtung und Auswertung dürfte nun auch diese letzte Grenze gefallen sein. (pte)