Kostenloses Tool von Microsoft

Disk2vhd - Festplatten in Virtual Hard Disks (VHD) exportieren

Thomas Joos ist freiberuflicher IT-Consultant und seit 20 Jahren in der IT tätig. Er schreibt praxisnahe Fachbücher und veröffentlicht in zahlreichen IT-Publikationen wie TecChannel.de und PC Welt. Das Blog von Thomas Joos finden Sie unter thomasjoos.wordpress.com.
Mit dem kostenlosen Tool Disk2vhd aus den Microsoft Sysinternals können Sie über eine grafische Oberfläche per Mausklick ein Image von physischen Festplatten erstellen. Der Computer kann dabei problemlos weiterlaufen, der Image-Prozess findet im Hintergrund statt.

Funktionalität: Mit Disk2vhd kann man sehr einfach VHD-Dateien erstellen. Bei VHD (Virtual Hard Disk) handelt es sich um Microsofts Disk-Format für virtuelle Maschinen. Diese Images lassen sich in alle Virtualisierungslösungen einbinden, die VHD-Dateien verstehen, vor allem Virtual PC und Hyper-V. Im Startfenster sehen Sie auch, welche Größe die VHD-Datei nach dem Erstellen haben wird. Disk2vhd läuft ab Windows ab XP SP2 und Windows Server 2003 und höher.

Wenn Sie ein Tool suchen, mit dem Sie VHD-Dateien (Hyper-V, Virtual PC oder Windows 7 / 8 und Windows Server 2008 R2, Windows Server 2012) in virtuelle VMWare-Festplatten (*.vmdk) oder umgekehrt umwandeln wollen, können Sie die Freeware StarWind (V2V) Converter verwenden. Einer der größten Vorteile von Disk2vhd ist, dass das System, dass Sie sichern wollen, normal weiter laufen kann. Bei den meisten Lösungen müssen Sie den Rechner kompliziert mit Boot-CDs booten von denen meistens nicht genügend Festplattenplatz oder Verbindung zum Netzwerk zur Verfügung stehen.

Disk2vhd: Mit Disk2vhd lassen sich Festplatten in VHD-Dateien umwandeln.
Disk2vhd: Mit Disk2vhd lassen sich Festplatten in VHD-Dateien umwandeln.

Das Tool baut auf den Windows-Schattenkopien auf um einen konsistenten Snapshot eines Computers erstellen zu können. Erstellen Sie mehrere Images gleichzeitig von mehreren eingebauten Festplatten, legt Disk2vhd für jede physische Festplatte eine eigene VHD-Datei an. Es lassen sich Festplatten auch abwählen und so beispielsweise nur Systempartitionen sichern und Datenpartitionen auslassen.

Seit der Version 1.64 kann Disk2vhd mit Festplattengrößen von bis zu 2 TByte umgehen, vorher lag die Beschränkung bei 127 GByte. Unter aktuellen Windows-Versionen können Sie die VHD-Dateien ebenfalls direkt in das Betriebssystem einbinden.

Allerdings sollten Sie auf einem Computer nicht die VHD-Datei booten, die der Systempartition des Rechners entspricht. Ansonsten besteht die Gefahr, dass das Betriebssystem mit den Signaturen der Festplatten durcheinander kommt.

Installation: Nach dem Download der 813 KByte großen ZIP-Datei können Sie nach dem Entpacken Disk2vhd ohne Installation starten. Inzwischen steht die Version 1.64 zum Download parat.

Bedienung: Sobald Sie auf Create klicken, beginnt der Assistent mit seiner Arbeit und kopiert den Inhalt der Festplatte im laufenden Betrieb in die ausgewählte VHD-Datei.

Sie können Disk2vhd auch über die Befehlszeile starten. Die Syntax dafür lautet:

disk2vhd <[drive: [drive:]...]|[*]> <VHD-Datei>

zum Beispiel

disk2vhd * c:\vhd\snapshot.vhd

Verwenden Sie statt einem Laufwerksbuchstaben den Platzhalter *, sichert das Tool alle Festplatten des Computers. Kopieren Sie die Festplatte auf einen Computer mit Windows 7 oder 8 (beziehungsweise Windows Server 2008 R2 oder Server 2012), können Sie über die Festplattenverwaltung und das Menü Aktion/Virtuelle Festplatte anfügen die VHD-Datei bereitstellen. So erhalten Sie Zugriff auf den Inhalt über den normalen Explorer und können die VHD-Datei als Datensicherung nutzen.

Wenn Sie zum Booten der Festplatte statt Hyper-V Virtual PC einsetzen, sollten Sie für die virtuelle Maschine, für die Sie die VHD-Datei verwenden, die Option Fix up HAL for Virtual PC setzen. So wird sichergestellt, dass für den virtuellen PC eigens ein HAL (Windows Hardware Abstraction Layer) erstellt wird. Sie sollten die VHD-Dateien möglichst als IDE-Festplatten in das System einbinden. Nach der Einbindung der Festplatte in ein virtuelles System sollten Sie noch die Integrationsdienste installieren, damit die Festplatte optimal mit Hyper-V oder Virtual-PC funktioniert.

Fazit: Mit Disk2vhd lassen sich sehr einfach virtuelle Disk-Images anlegen, auch bei laufendem System. (cvi/mje)

Disk2vhd

Version:

1.64

Hersteller:

Mark Russinovich und Bryce Cogswell

Download Link:

Microsoft TechNet

Sprache:

englisch

Preis:

Kostenlos

System:

ab Windows XP SP2 sowie Windows Server 2003