So gelingt der Berufseinstieg

Diplominformatiker (FH) sucht erste Anstellung

Schreibt und bearbeitet Karrierethemen - in der Digitalredaktion von COMPUTERWOCHE, CIO-Magazin, ChannelPartner und Tecchannel. Ihre Schwerpunkte sind IT-Arbeitsmarkt, Recruiting, Freiberufler, Aus- und Weiterbildung, IT-Gehälter, Work-Life-Balance, Employer Branding, Führung und und und.  Wenn sie nicht gerade Projekte wie den "CIO des Jahres" betreut. Hofft auf mehr Frauen in der IT.
Wer frisch von der Uni kommt, weiß oft nicht genau, wo es danach hingehen soll: Projekt-Management oder Consulting? Und mit welchem Gehalt kann man rechnen? Tipps geben unsere Personalexperten im Online-Karriereforum der COMPUTERWOCHE.

Dominic Glover von der MRL Group betreut noch bis zum 15. Oktober das Online-Karriereforum der COMPUTERWOCHE. Ein Forumsbesucher steht am Anfang seiner IT-Karriere und fragt sich, wie der Einstieg gelingen kann. Er ist Diplominformatiker (FH), 27 Jahre alt, mit sehr gutem Abschluss, möchte gerne in seiner Heimatregion Aachen bleiben und schwankt zwischen Projekt-Management und dem Consulting-Bereich. Zudem weiß er nicht, welches er fordern kann und ob es sich lohnt, noch eine Promotion draufzusatteln.

Dominic Glover von MRL Consulting antwortet:

Dominic Glover von der MRL Group beantwortet noch bis zum 15. Oktober Leseranfragen zur IT-Karriere.
Dominic Glover von der MRL Group beantwortet noch bis zum 15. Oktober Leseranfragen zur IT-Karriere.

Liebes Forum Mitglied,

vielen Dank für Ihren Beitrag und die ausführlichen Fragestellungen bezüglich des Beginns einer IT-Karriere. Der Eintritt in die Berufswelt kann etwas einschüchternd sein, aber die Möglichkeiten sind zahlreich und bestimmt ist die "Traumposition" für Sie mit dabei.

Vorab herzlichen Glückwunsch zu dem hervorragend abgeschlossenen Studium. Damit sind schon Ihre Eintrittsoptionen deutlich vielfältiger, nicht zuletzt da Sie während der Studienzeit praktische Erfahrungen in der Softwareentwicklung sammeln konnten.

Schlüssel zur Auswahl der passenden Arbeitsfunktion ist, sich wirklich Gedanken zu machen, was am besten zu einem passt. Beziehen Sie sich auf Erfahrungen, die Sie in der Vergangenheit gesammelt haben. Liegt Ihre Leidenschaft in der Technik und bei entwicklungsnahen Funktionen oder fühlen Sie sich wohler mit etwas weniger technischen Herausforderungen und bevorzugen Sie wirtschaftliche und kundenorientierte Aufgaben wie zum Beispiel Projekt-Management?

Das Thema "heimatverbunden" kann ich gut verstehen, und es ist wichtig, eine passende Work-Life-Balance zu finden. Die Region Nordrhein-Westfalen gilt als eine der wichtigsten Technologiestandorte in Deutschland, und ich bin zuversichtlich, dass Sie zahlreiche passende regionale Optionen finden können, sei es bei IT-Beratungen, Softwareherstellern oder Anwendern im Entwicklungs- oder IT-Bereich. Hier werden Sie auch die Unterschiede in der Mobilität sehen. Bei IT-Beratungen/Consulting ist die Reisebereitschaft meistens sehr hoch anzusetzen und nicht unbedingt regional begrenzt, so dass eine 60-Stunden-Woche nicht unüblich sein kann. Bei Großunternehmen oder in den Entwicklungsabteilungen von Herstellern ist wiederum der Reiseanteil eher überschaubar und dementsprechend natürlich auch die durchschnittliche Arbeitszeit pro Woche.

Um eine ausgewogene Entscheidung für Ihre Zukunft treffen zu können, sollten Sie sich die Zeit nehmen, sorgfältig den Markt zu recherchieren und bei interessanten Offerten Bewerbungen zu initiieren. Suchen Sie das Gespräch zu Personalberatungen, die Ihnen Tipps geben können wie nützliche Informationen zu Gehaltsfragen, den Aufgabenstellungen und der Firmenphilosophie ihrer Mandanten.

Manche Unternehmen bieten auch Trainee-Programme an, in denen Sie in mehreren Funktionen praktische Erfahrungen sammeln und sich danach auf die interessanteste fokussieren können. Es macht durchaus Sinn, Initiativbewerbungen an größere Unternehmen zu schicken. Rufen Sie aber zuerst in den Unternehmen an, identifizieren Sie den richtigen Ansprechpartner und fragen Sie, ob generell Interesse an Profilen mit Ihrem Werdegang existiert beziehungsweise ob Sie die Bewerbung in elektronischer Version oder als Bewerbungsmappe per Post zu Händen der jeweiligen Person schicken können. So hebt man sich von der Masse ab, und in vielen Fällen erinnern sich Personalentscheider an Sie.

Stellen Sie Ihren Lebenslauf in branchenrelevante Onlinestellenbörsen ein, da Sie bestimmt auch hier Anfragen bekommen werden. Dann müssen Sie nur die interessanten Offerten herausfiltern und sollten danach mehrere Bewerbungsgespräche führen, um ein besseres Bild davon zu bekommen, was am besten zu Ihnen passt. Sie werden sehen, dass zusätzlich zu der Aufgabenstellung und der Firma die Frage der "Chemie" (zwischen Ihnen und möglichen zukünftigen Vorgesetzten, die man in den Bewerbungsgesprächen kennen lernt) wesentlich zu der Entscheidung beisteuern wird.

Hinsichtlich des Einstiegsgehalts ist es schwierig, eine genaue Zahl zu nennen, und die meisten Unternehmen haben bestimmte Budgetgrenzen für Einstiegspositionen. Als Durchschnitt sollten Sie aber mit Ihrem Abschluss und einschlägigen Erfahrungen eine Bandbreite von 37.000 bis 42.000 Euro erzielen können.

Die Promotion würde ich Ihnen nur raten, wenn es Ihre Zielsetzung ist, sich in bestimmten Technologiebereichen weiterentwickeln zu können und sich hier zum Spezialisten zu etablieren. Als Sprungbrett für eine Führungsrolle können Sie es nicht sehen. Sie können zwar nach der Promotion wahrscheinlich ein höheres Einstiegsgehalt erzielen, erreichen dieses aber wahrscheinlich ebenso dadurch, dass in diesen Jahren Berufserfahrung in der Wirtschaft sammeln.

Ich hoffe, dass ich Ihnen damit ein paar nützliche Tipps und Inputs geben könnte. Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.

Viele Grüße,

Dominic Glover

Wenn auch Sie Fragen zur IT-Karriere haben, können Sie sich noch bis zum 15. Oktober in unserem Forum an Dominic Glover wenden.