Digitale Wirtschaft: bloß keine zweite Internet-Blase!

29.06.2006
Die Deutsche Multimedia-Branche glaubt das Tränental der letzten Jahre durchwandert zu haben.

Gute Nachrichten konnte jetzt Arndt Groth, Präsident des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW), auf dem "Deutschen Multimedia Kongress Digitale Wirtschaft" in Berlin verbreiten: Das Jahr 2005 war für die Branche sehr erfolgreich, die Zahl der Internet-Nutzer steigt rapide, der E-Commerce brummt und Triple-Play kommt (siehe auch "Internet-Fakten in Deutschland: 58 Prozent im Netz". Nach einer neuen Langzeitstudie des BVDW würden die Umsätze und Mitarbeiterzahlen der Unternehmen kontinuierlich steigen. Im laufenden Jahr rechnen befragte Dienstleister mit einem Zuwachs von mehr als 17 Prozent. "Das Jahr 2005 bringe eine Multimedia-Renaissance", verkündete Mitorganisator Klaus Hassis, Geschäftsführer der MFG Baden-Württemberg, Kompetenzzentrum des Landes für IT und Medien, vor 450 Industrie- und Agenturvertretern (siehe auch "Neustart der Web-Agenturen".

Altes Gebahren

Doch zugleich warnten die Verbandsvertreter und andere Sprecher in Berlin vor zu viel Euphorie. Man sei eigentlich wieder da ankommen, wo man schon einmal gestanden hatte, bevor das Platzen der Dotcom-Blase der Branche das Fürchten lernte. Auch leide die Branche unter einem wachsenden Fachkräftemangel, an dem man nicht ganz unschuldig sei, da während der mageren Jahre zu wenig in die Aus- und Weiterbildung investiert wurde. "Experten für das Online-Geschäft werden händeringend gesucht", sagte BVDW-Präsident Groth.

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