Betriebsrat und Management vor schwierigen Verhandlungen

Digital will Personalabbau verhindern

06.12.1996

Die Münchner Niederlassung muß Kosten senken, die im Umfang dem Abbau von 400 Mitarbeitern entsprechen. Ein Digital-Sprecher ist zuversichtlich, daß das Management gemeinsam mit dem Betriebsrat Möglichkeiten findet, um die Entlassungen zu vermeiden. Als Alternative würde sich etwa anbieten, weitere Unternehmenseinheiten auszulagern und Beschäftigten Teilzeitarbeit anzubieten. Auch Thomas Klebe von der IG-Metall-Zentrale ist zuversichtlich, daß es zu einer Einigung kommt: "Die Amerikaner sind pragmatisch, sie wollen, daß unter dem Strich das Ergebnis stimmt." Nun müßten sich beide Seiten zusammenraufen, um das erforderliche Einsparpotential ausfindig zu machen.

In Deutschland beschäftigt der amerikanische Computerhersteller noch 2800 Mitarbeiter. Der Haustarifvertrag sieht vor, daß bis Ende dieses Jahres keinem Beschäftigten gekündigt werden darf. Ab 1997 ist die Kündigungsschutzregel nicht mehr Bestandteil der weiter geltenden Vereinbarung. Auch dazu finden Verhandlungen statt, die von beiden Seiten als schwierig eingestuft werden. Die Arbeitnehmervertreter wollen eine Verlängerung oder zumindest eine ähnliche Abmachung. Sie argumentieren damit, daß die bisherige Klausel den Mitarbeitern Sicherheit gegeben habe und daß sie motivierter arbeiten könnten, wenn das Damoklesschwert der Entlassung nicht ständig über ihnen schwebe.