Kosten sprechen gegen Olivetti, Tandy und Intel

Digital Equipment fertigt PCs künftig im eigenen Taiwan-Werk

11.09.1992

MÜNCHEN (CW/IDG) - Der Preisdruck im PC-Markt veranlaßt DEC zu Konsequenzen. Statt Rechner von Olivetti, Tandy und Intel fertigen zu lassen, werden sie von Digital künftig selbst gebaut und zu einem aggressiven Preis angeboten. Analysten sind aber skeptisch, ob der Minicomputer-Hersteller, der im PC-Geschäft bisher keine große Rolle spielt, dadurch seine Marktpräsenz erweitern kann.

In den USA kommen bereits die ersten originalen DEC Rechner auf den Markt, zu einem Einstiegspreis von knapp 900 Dollar. Sie sind damit deutlich günstiger als die bisher unter Digital- Label angebotenen PCs, die von Tandy, Olivetti und Intel gefertigt wurden und als preislich nicht konkurrenzfähig galten. Mit einem Marktanteil von zirka einem Prozent spielt der Minimaker Analysten zufolge im PC-Business bisher eine untergeordnete Rolle - was nicht verwundert: Die Kunden rekrutieren sich nach Einschätzung der Branchenkenner -und von Digital nicht dementiert - überwiegend aus der bestehenden DEC-Klientel. "Viele wußten gar nicht ,daß der Minicomputer-Hersteller im PC- Geschäft überhaupt vertreten ist", beobachtet Dan Ness, Analyst bei den kalifornischen Marktforschern Computer Intelligence.

Seit auch bei DEC die Zeichen auf Sturm stehen, bemüht sich das Unternehmen um eine stärkere Position im PC -Markt. Die US-Company- bisher in der PC-Fertigung ohne große Erfahrung - baut die Rechner künftig selbst. Um im mörderischen Konkurrenzkampf Überlebenschancen zu haben, "sollen die Herstellungskosten pro Desktop um einige hundert Dollar gesenkt werden", erklärt James Liu, Vice-President der Personal-Computer-Group gegenüber dem Branchendienst "Online Today".

Weichensteller Kenneth Olsen

Die Weichen für die neue Richtung, so Jens Schnabel, Presseprecher von DEC-Direkt, hat noch Ken Olsen gestellt, der mit dem Taiwaner Liu noch einen Mann in die Konzernspitze brachte, der asiatisches Fertigungs-Know-how in das Unternehmen trug. Nach seiner Vorstellung werden nun die neuen PCs produziert. So sind rund 80 Prozent der Komponenten bei jedem der sechs neuen Rechnermodelle gleich, beschreibt der taiwanische DEC-Manager. Unterschiede bestünden im Grunde nur bei der Mutterplatine.

Sparen will man ferner an Zöllen sowie an Lager- und Transportkosten, die für fertige PCs höher sind als bei Einzelteilen. Wie DEC-Mitarbeiter gegenüber der CW-Schwesterpublikation "Computerworld" äußerten, werden die einzelnen Komponenten der Low-Profile-Serie (interne Bezeichnung " Tiger 2") in der taiwanischen Digital-Fa-

ALR bietet PCs mit schneller 486DX-2-CPU an

ESCHBORN (pi) - PCs mit der neuen 486er DX-2-CPU von Intel, die intern mit einer Taktrate von 66 Megahertz arbeitet, bringt Advanced Logic Research (ALR) heraus. Wie die Eschborner ALR-Niederlassung berichtet, sind die Modelle "ALR Flyer DT" , "ALR Business Veisa" sowie die PCs der "Power-Pro"-Familie mit dem neuen Prozessor erhältlich. Auch die bislang ausgelieferten Rechner dieser Produktreihen lassen sich nachrüsten. Gegenüber einem 486DX-PC mit 33 Megahertz Taktrate betrage die Leistungssteigerung etwa 40 Prozent. Das günstigste Modell mit der neuen 486DX-2-CPU kostet 5400 Mark.