Von Hybrid Cloud bis Data Analytics

Diese Trends erwarten uns 2016

Dirk Pfefferle ist seit dem 1. Januar 2015 Area Vice President in Zentral- und Osteuropa bei Citrix. Davor verantwortete er bei Citrix die Geschäfte mit Virtualisierungs-, Netzwerk- und Mobility-Lösungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Pfefferle verfügt über 20 Jahre Erfahrung in der IT-Branche. In dieser Zeit hatte er verschiedene internationale Management-Positionen inne. Zuletzt war er Area Manager Enterprise und Mitglied der Geschäftsführung bei EMC Deutschland, wo er für das Großkundengeschäft in Deutschland verantwortlich war. Zuvor war er Mitgeschäftsführer von Verizon Deutschland und verantwortete zusätzlich das Geschäft von Verizon in Deutschland, Österreich und Osteuropa als Area Vice President. Dirk Pfefferle hat Volkswirtschaft mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik studiert und ist in Gremien wie dem Münchner Kreis, dem Senat der Wirtschaft und dem BITKOM für die IT-Industrie aktiv.
Die Digitalisierungswelle zieht immer größere Kreise und bringt 2016 neuen Schwung in Unternehmen: Der Arbeitsplatz wird dank neuer Technologien „smarter“, Data Analytics stärken die Kundenbindung und das Internet of Things hält Einzug in neue Branchen.
2016 wird laut Citrix das Jahr der Hybrid Cloud
2016 wird laut Citrix das Jahr der Hybrid Cloud
Foto: Sergey Nivens - www.shutterstock.com

Citrix wirft einen Blick auf die Entwicklungen, die Unternehmen und Anwender im anlaufenden Jahr am stärksten bewegen. Einige Trends stoßen bereits heute auf breite Akzeptanz. Andere wiederum kommen erst 2016 richtig in Fahrt.

Hybrid Cloud gewinnt an Fahrt

2016 wird das Jahr der Hybrid Cloud. Bislang hatten viele Firmen Hemmungen bei der Cloud-Nutzung. Es gab insbesondere Bedenken in Hinblick auf die Sicherheit und Verlässlichkeit der Cloud. Zudem standen vielfach unternehmensinterne oder gesetzliche Richtlinien im Weg.

Diese Umstände sorgen für einen Siegeszug der Hybrid Cloud: Damit können Unternehmen je nach Bedarf ihre lokale IT oder Cloud-Infrastrukturen für ihre Zwecke nutzen. Doch gleichzeitig wächst damit die Komplexität der Systemlandschaft. Unternehmen müssen daher in der Lage sein, sowohl lokale als auch Cloud-Infrastrukturen einheitlich und übersichtlich zu verwalten.

Hierzu sind heute bereits verschiedene Infrastructure-as-a-Service (IaaS)-Lösungen im Einsatz, die das Management erheblich vereinfachen. Fazit: Unternehmen verfügen in 2016 über alle notwendigen Elemente, um Multi-Cloud-Modelle zu implementieren und zu managen. CIOs können sich ihre passende Cloud individuell zusammenstellen und diese einheitlich und sichert verwalten.

Der Arbeitsplatz der Zukunft nimmt Gestalt an

Im kommenden Jahr wird der Trend zur Digitalisierung bestehende Arbeitsmodelle zunehmend auf den Kopf stellen. IT-Abteilungen stehen dabei vor der Herausforderung, bestehende Netzwerke, Virtualisierung und Investitionen in Geräte für Endanwender sinnvoll zusammenzuführen. Nur so wird es gelingen, Mitarbeiter an jedem Ort und zu jeder Zeit mit den nötigen Daten und Apps zu versorgen - ohne die IT-Sicherheits- oder Compliance-Vorgaben zu gefährden.

Unternehmen, die die Relevanz des digitalen Arbeitsplatzes erkennen, können ihr Geschäft damit deutlich effizienter vorantreiben. Von einer echten Workplace Transformation kann man jedoch erst sprechen, wenn Bürogebäude, Technologie und die Bedürfnisse der Mitarbeiter miteinander in Einklang gebracht werden. So entstehen flexible, kollaborative Arbeitsstrukturen, in denen Innovationen wachsen können. Das erfordert jedoch eine Optimierung der Workflows, ein neues Design althergebrachter Bürostrukturen und die Bereitschaft der Mitarbeiter, sich auf neue Konzepte einzulassen.

Neues Design für Data Analytics

In 2016 werden neue aufkommende Data-Analytics-Technologien Firmen zunehmend helfen, Kunden stärker an sich zu binden und neue Verkaufskanäle zu erschließen. Diese Technologie wird nicht nur von großen, sondern auch kleinen und mittelständischen Unternehmen verstärkt genutzt werden - sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich. Abgefragt wird damit das mögliche Kundenwachstum, beziehungsweise wie vermieden werden kann, Kunden zu verlieren.

Zudem werden neue Möglichkeiten zum Up- und Cross-Selling ausgelotet und Möglichkeiten erforscht, um Kunden längerfristig zu binden. Besonders wichtig dabei: Data Analytics stellen sicher, dass Kunden die angebotenen Produkte bestmöglich nutzen können. Parallel dazu hilft ein "Design Thinking" ein tieferes Verständnis für die gewonnenen Informationen zu entwickeln. Diese Verbindung aus Daten und Design wird Firmen im kommenden Jahr die Möglichkeit bieten, Lösungen noch stärker auf Anwender zuzuschneiden.

Mehr Potential für das Internet of Things

Das Internet der Dinge (IoT) wird auch 2016 ein Trend-Thema bleiben. Dieser Ansatz wird vielen Unternehmen neue Schubkraft verleihen. Die Vernetzung von Gegenständen ist dabei für eine Vielfalt von Branchen interessant. Ein Beispiel ist etwa das Gesundheitswesen: Bluetooth-Thermometer und EKGs können beispielsweise mit dem Electronic-Medical-Records-System verbunden werden. So lässt sich bei der Kontrolle der Vitalwerte Zeit sparen und die Produktivität steigern: Die neuen Ressourcen können Patienten an anderer Stelle zugute kommen.

Auch das vernetzte Büro wird nächstes Jahr vom IoT profitieren. Immer mehr Unternehmen wandeln ihre klassischen Büros in smarte Arbeitsplätze um: Die Zusammenarbeit unter Kollegen und die Auslastung der Büroflächen wird damit verbessert. Das Internet der Dinge könnte zum Beispiel bei der automatischen Vergabe von Meeting-Räumen zum Einsatz kommen oder bei der Abstimmung einzelner Arbeitsprozesse.

DevOps und AppOps für mehr Innovationskraft in Unternehmen

Die gegenwärtige Dynamik der Märkte zwingt IT-Verantwortliche dazu, neue Apps noch schneller und sicherer bereitzustellen als bisher. Nur so können Unternehmen gewährleisten, dass ihren Mitarbeitern jene Applikationen und Daten zur Verfügung stehen, die sie brauchen, um das Firmenwachstum voranzutreiben. Aus dem Grund kommen 2016 zunehmend DevOps (Development Operations) zum Einsatz. Sie vereinfachen das Management von Applikationen. Gleichzeitig können IT-Abteilungen damit schneller und besser auf neue Geschäftsziele reagieren.

DevOps schlagen eine Brücke zwischen IT-Abteilung und Software-Entwicklung. Innovationen lassen sich damit schneller realisieren. Unternehmen benötigen darüber hinaus jedoch auch einen Lösungsansatz, um neue Applikationen einfach und schnell bereitzustellen. Hierbei helfen AppOps (Application Operations): Sie automatisieren und optimieren den Einsatz und das Management von Applikationen. So können IT-Verantwortliche firmeneigene und SaaS-basierte Apps deutlich einfacher und sicherer bereitstellen und verwalten. Mit dem gebündelten Potential aus DevOps und AppOps können Firmen schneller agieren und flexibler auf neue Kundenanforderungen reagieren. (mb)