Diese Skills bringen Sie nach oben

Michael Schweizer ist freier Autor in München.
Tipps für die Karriere im IT-Management: Drei erfolgreiche CIOs erzählen aus ihrem Beruf und beschreiben, woran sie junge Talente erkennen.

Kommunikation ist sehr wichtig. Sie macht den größten Teil meiner Arbeit aus", sagt Egmont Foth, CIO bei der Unternehmensgruppe Fischer, die für ihre Befestigungssysteme und das Spielzeug Fischertechnik bekannt ist. Sein Kollege Martin Urban von der Berliner Stadtreinigung (BSR) schätzt Großraumbüros, weil sie den Austausch fördern: "Wenn da ein Mitarbeiter durchkommt und ein genervtes Gesicht zieht, muss ich nicht erst fragen: Wie läufts denn im Projekt? Sondern ich kann gleich fragen: Was läuft denn schief?" Jürgen Burger sieht sich als CIO von Hellmann Worldwide Logistics auch extern in der Darstellungspflicht: "Ein Unternehmen, das als Branchenprimus im Bereich IT gilt, kann diese Position nicht ohne gute Außenkommunikation halten."

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CIOs müssen so viel zuhören und erklären, weil IT als schwierig gilt. Als Martin Urban 1992 IT-Leiter im ÖTV-Landesbezirk Berlin wurde, gab es dort Speicherschreibmaschinen, aber keine Arbeitsplatz-PCs. Das ist 16 Jahre her - mentalitätsgeschichtlich ein Wimpernschlag. IT ist für Nichttechniker bisher keine Commodity wie Strom und fließend Wasser. Sie hat, wenn auch abnehmend, noch den Reiz und den Schrecken des Neuen. Deshalb will jeder mitreden, obwohl oder weil ihm das eigene Unverständnis Angst macht.

Keine Angst vor Streit

Ohne Spannungen geht das nicht ab. "Ein CIO muss mit manchem Ärger umgehen können", schildert Fischer-CIO Foth. "Viele Kollegen, die daheim einen Computer benutzen, berücksichtigen nicht, dass im Unternehmen ganz andere Anforderungen zu erfüllen sind." Konflikte mit den Fachabteilungen sind häufig: "Die IT sollte sich nicht zum Elektrifizierer ineffizienter Prozesse degradieren lassen", warnt BSR-CIO Urban. Beim Bier erzählen viele CIOs unterhaltsam von ignoranten Vorständen, aber auch von Mitarbeitern, die glauben, den CIO in technischen Einzelheiten veräppeln zu können.

Martin Urban, Berliner Stadtreinigung: 'Was läuft schief im Projekt?'
Martin Urban, Berliner Stadtreinigung: 'Was läuft schief im Projekt?'

Dieser Irrtum kann aufkommen, wenn CIOs etwas tun, das sie genauso wichtig finden wie Kommunizieren: Delegieren. Auch wenn sie technische Details mögen, haben sie oft keine Zeit mehr dafür. Sein Verhältnis von Technik und Strategie tariert jeder selbst aus. Egmont Foth "weiß, wie man programmiert", ist aber stolz darauf, dass seine "Mitarbeiter das Tagesgeschäft vollkommen selbständig erledigen". Hellmann-CIO Burger ist technisch "manchmal bis in einzelne Spezifikationen involviert, manchmal überhaupt nicht".