It intim - Die Sorgen der CIOs

Dienstleister untergraben die IT-Governance

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Die Knorr-Bremse gilt als führend auf dem Gebiet der IT-Governance. Warum legen Sie so großen Wert darauf, und wo liegen die Stolpersteine?
Clemens Keil, Knorr-Bremse
Clemens Keil, Knorr-Bremse
Foto: Knorr-Bremse

Tatsächlich haben wir kürzlich an einer Studie im Rahmen einer Master-Arbeit der Universität Mannheim teilgenommen und den höchsten IT-Governance-Reifegrad aller beteiligten Unternehmen erzielt. Ehrlich gesagt, hat mich unser gutes Abschneiden nicht überrascht. Denn wir haben das Thema IT-Governance schon seit Jahren auf der Agenda - im globalen Maßstab und mit Nachhaltigkeit. Und wir entwickeln unser IT-Governance-System - basierend auf Governance-Domains, Governance-Style sowie Governance-Struktur and -Prozessen - Jahr für Jahr in enger Abstimmung mit dem Business weiter.

Entscheidend für den Reifegrad und die Business-Relevanz ist dabei, dass sich die im Rahmen der IT-Governance verfolgten Harmonisierungsansätze nicht nur auf IT-Systeme (Infrastrukturen und Applikationen) sowie IT-Prozesse beziehen, sondern auch die von der IT unterstützten Business-Prozesse abdecken. Hier kam uns zugute, dass Knorr-Bremse schon seit den 90er Jahren weltweit und in allen Geschäftseinheiten auf prozessorientierte Management-Systeme setzt.

Das ist in einem mit hoher Geschäftsdynamik wachsenden Unternehmen aber auch eine ständige Herausforderung: Der erreichte Harmonisierungsgrad kann temporär durchaus auch mal rückläufig sein. Hier den Kurs zu halten bedarf unter anderem ständiger Überzeugungsarbeit, sowohl innerhalb der IT als auch gegenüber dem Business - gerade bei neu akquirierten Unternehmen.