Vertrieb

Dienstleister nutzen E-Commerce eher passiv

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Die elektronische Beschaffung von Vorleistungen ist unter Dienstleistern deutlich weiter verbreitet als der Online-Vertrieb.
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Knapp 64 Prozent der Unternehmen in der Dienstleistungsbranche haben im vergangenen Jahr Produkte oder Services via Internet bestellt zu haben. Im Vergleich dazu gaben nur rund 29 Prozent an, ihr Angebote auch über das Internet lanciert zu haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage unter rund 700 Dienstleistern der Informationsgesellschaft, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) aus Mannheim im März dieses Jahres gemeinsam mit der Creditreform, Neuss, vorgenommen hat.

ZEW und Creditreform zählen zum Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft folgende Unternehmen: zum einen die Informations- und Kommunikationstechnik- (IKT-) Dienstleister, also Unternehmen der Unterbranchen Software und IT-Dienste sowie IKT-Fachhandel und Telekommunikationsdienste, zum anderen die wissensintensiven Dienstleister, sprich: Unternehmen aus Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatungen, Architekturbüros, technische Beratungsanbieter sowie Dienstleister aus den Bereichen Planung, Forschung und Entwicklung sowie Werbung.

"Die Unternehmen der Branche Software und IT-Dienste sind mit 81 Prozent führend bei der Beschaffung über das Internet, während die Steuerberater und Wirtschaftsprüfer mit rund 48 Prozent das Schlusslicht bilden", erläuert Miruna Sarbu, Wissenschaftlerin am ZEW. Was die Nutzung von E-Commerce für den Verkauf eigener Produkte oder Dienstleistungen angeht, so liegen die Telekommunikationsdienstleister weit vorn; knapp 58 Prozent von ihnen bieten ihren Kunden die Möglichkeit, Bestellungen über das Internet aufzugeben. Am geringsten verbreitet ist diese Praxis wiederum bei den Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern, wo sie von lediglich zwölf Prozent der Unternehmen eingesetzt wird.