Terminal-Untersuchung prognostiziert 500 000 Datenstationen bis 1985
Diebold: Offene Märkte nur für MDT und Minis
FRANKFURT - "Die Computertechnologie ist im Begriff, zu einer Basistechnologie für die Bereiche Nachrichtentechnik, Meß- und Regeltechnik sowie Bürotechnik zu werden", konstatierte Hans-Jürgen Schwab, Geschäftsführer der Diebold Deutschland GmbH, vor Fachjournalisten in Frankfurt. Mit der Miniaturisierung der elektronischen Bauelemente und den damit einhergehenden Kostensenkungen finde sie heute zunehmend Eingang in Markte, die von "traditionellen" Anbietern beherrscht würden.
Diebold denkt dabei an Hersteller von konventionellen Nebenstellenanlagen, Analog-Steuerungen oder Schreibmaschinen. Schwab: "Der Konflikt zwischen Etablierten und Newcomern aus der Computer- und Bauelemente-Industrie ist typisch für das Zusammenwachsen dieser Märkte."
Zu den Teilmärkten, die aus dieser Grenzsituation besondere Impulse erfahren, gehören laut Schwab die Märkte für Terminals, computerunterstützte Textverarbeitung (CTV) und Hobby- beziehungsweise "Personal"-Computer: "Sie werden in den kommenden Jahren eine beträchtliche Dynamik aufweisen." (Vgl. Kolumne, Seite 7.)
Während der Bestand an Standardcomputern nur noch um zwei Prozent pro Jahr wachsen dürfte, rechnet Diebold bei Terminals mit Wachstumsraten von 25 Prozent. Demnach werden in der Bundesrepublik bis zum Jahre 1985 rund 500 000 Datenstationen installiert sein,
wobei sich das Schwergewicht von "dummen" Bildschirmen (derzeit drei Viertel aller installierten Geräte) zu intelligenten Mehrfunktions-Terminals verlagern wird.
Eine ähnlich rasante Entwicklung prognostizieren die Frankfurter Marktforscher für den deutschen CTV-Markt. Gegenwärtig seien rund 26 000 Systeme mit einem Wert von 610 Millionen Mark installiert, 1985 sollen es rund 134 000 Systeme sein.
Wichtigste Diebold-Aussage: Während in den Teilmärkten für Büro- und Minicomputer das Bild "sehr vielschichtig" sei (Tabelle), laufe der Entwicklungsprozeß in den Bereichen Terminals und Textverarbeitung "geregelt" ab - eine Folge der Dominanz eines Herstellers. Schwab bündig: "In diesen Teilmärkten hat IBM dank vieler "Feuerstellen" eine gute Ausgangsbasis."
