Die zweite Generation der Tablet PCs

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Verbesserte Hardware und ein überarbeitetes Betriebssystem sollen den Tablet PCs endlich zum Durchbruch verhelfen. Bislang lagen die Geräte mit Stiftbedienung, mit denen Microsoft eigentlich das mobile Arbeiten revolutionieren wollte, wie Blei in den Regalen. Mittlerweile setzten jedoch erste Anwender wie der ADAC diese Gerätegattung im großen Stil ein.

Wenig Erbauliches meldeten die Marktforscher von IDC Ende vergangenen Jahres für Microsoft: Die von Bill Gates im November 2002 mit großem Brimborium als Notebook-Generation der Zukunft vorgestellten Tablet PCs entpuppten sich als Ladenhüter. In Europa eroberte die Gerätegattung lediglich einen bescheidenen Marktanteil von unter einem Prozent im Notebook -Segment.

Mittlerweile sind auch hierzulande robuste Tablet PCs für den harten Außeneinsatz erhältlich. (Foto: Walkabout Computers)

Zahlen, die Microsoft-Manager Sebastian Braun jedoch nicht sonderlich schockieren. Er erklärt den geringen Marktanteil damit, dass 2003 die meisten Unternehmen diese neue Produktkategorie erst mit wenigen Testgeräten evaluiert hätten. In diesem Jahr erfolge nun der Rollout im größeren Stil. Hinter vorgehaltener Hand ist von anderer Seite noch ein Erklärungsversuch zu hören: Die Hersteller der ersten Tablet-PC-Generation hätten schlicht das Prinzip des Mobile Computing nicht verstanden und Geräte am Bedarf der Benutzer vorbei konzipiert.

Trotz der mauen Verkaufszahlen hält Microsoft am Tablet PC fest und zieht nicht die Notleine wie bei den "Windows Smart Displays". Während die Company hier Anfang des Jahres die Weiterentwicklung stoppte, will der Konzern dagegen bei den Tablet PCs im Sommer nachlegen. Zu diesem Zeitpunkt soll mit der "Tablet PC Edition 2004" ein Interims-Release auf den Markt kommen, bevor dann mit Longhorn eine komplette Überarbeitung des Betriebssystems ansteht. Dieses unter dem Codenamen "Lonestar" entwickelte Update wird laut Braun kostenlos sein.

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