Erfolgreich mit dem New Style of Business: Präsentiert von HPE und Intel

Software Defined Data Infrastructures (SDI)

Die Zukunft des Rechenzentrums ist „Software Defined“

27.10.2015
Der Einstieg in Software Defined Infrastructures (SDI) wird zu einer entscheidenden Voraussetzung, um sich in einer digitalisierten Welt zu behaupten. Gartner prophezeit, dass schon in fünf Jahren bei drei Viertel der 2000 weltweit größten Unternehmen SDDC-Technologien (Software Defined Data Center) im Einsatz sein werden.

Der Trend zu SDI ist unverkennbar. Unter diesem Schlagwort - oder auch unter SDX - werden alle Technologien für eine einheitliche, softwarebasierte Steuerung eines virtualisierten Rechenzentrums zusammengefasst. Neben einer virtualisierten Server-Landschaft gehören dazu virtualisierte Speicher (SDS: Software Defined Storage), virtualisierte Netzwerkkomponenten (SDN: Software Defined Network) sowie Automatisierungs- und Steuerungsmechanismen. Aus allem zusammen ergibt sich das Software Defined Data Center (SDDC)

Allerdings ist, wie bei allen jungen Technologien, die noch im Entstehen sind, die Terminologie keineswegs einheitlich. So benutzen verschiedene Anbieter von SDX-Technologien oft unterschiedliche Begriffe, die teilweise voneinander abweichen und dem Anwender die Orientierung nicht leichter machen. Die grundlegende Idee von SDX oder SDDC teilen sie dennoch. Die Frage, ob es sich dabei lediglich um einen vorübergehenden Hype oder um eine zukunftsträchtige Technologie handelt, haben die Analysten von Gartner klar beantwortet: SDDC ist auf dem Weg zunehmender Reife und wird zu einem wesentlichen, möglicherweise unverzichtbaren Bestandteil der RZ-Architektur.

Vor dem Umstieg die Risiken verstehen

Und auch die Anbieter - von den großen Herstellern bis hin zu Spezialisten für einzelne Segmente - präsentieren vermehrt Konzepte und Produkte, die das SDDC in den Unternehmen voranbringen sollen. Allerdings raten die Gartner-Experten, die grundsätzlich vom Software-Defined-Konzept überzeugt sind, dazu, nicht überhastet in die neue Technologie einzusteigen.

"Die Verantwortlichen für die IT-Infrastruktur sollten sich zuerst eingehend damit beschäftigen und auch die Risiken verstehen", sagt Dave Russel, Vice President bei Gartner. Auch weil er den Reifegrad der verfügbaren Lösungen als noch nicht sehr hoch einschätzt und herstellerübergreifende Standards noch fehlten, sei SDDC zurzeit eher für Unternehmen interessant, die schon über Kenntnisse und Erfahrungen mit flexibler IT-Infrastruktur und -organisation verfügen.

Das könnte sich aber schnell ändern, denn die Vorteile von Software Defined Infrastructures für Unternehmen liegen auf der Hand: In einem SDDC sind alle Ressourcen - Server, Speicher und Netzwerk - virtualisiert und können "as-a-service" genutzt werden. Im Grunde geht es darum, das überaus erfolgreiche Konzept der Server-Virtualisierung auf alle anderen Hardware-Ressourcen im Rechenzentrum zu übertragen und diese mit

Automatisierungsmechanismen und in einem zentralen Management zusammenzubinden.

Neue Dimension der Agilität

Damit entsteht eine Infrastruktur, die alle Ressourcen über eine Abstraktionsschicht vereint und eine neue Dimension an Agilität erlaubt. Unternehmen schaffen damit optimale Voraussetzungen für die Digitalisierung mit Zukunftsthemen wie dynamische Cloud-Services, Big Data, dem Internet of Things und Business Analytics.

Darüber hinaus bietet das SDDC eine Reihe weiterer Vorteile: zentrale Administration der Ressourcen, weniger und besser ausgelastete physikalische Server bei gleicher Leistung. Das bedeutet weniger Platzbedarf im Rechenzentrum, niedrigerer Energieverbrauch für Betrieb und Kühlung und geringerer Administrationsaufwand. Ob und welche Kosteneinsparungen sich ergeben, muss natürlich in jedem Einzelfall kalkuliert werden. Nicht selten werden Investitionen in SDDC-Lösungen genutzt, um gleichzeitig die Rechenleistung, Speicherkapazität und die Flexibilität der Infrastruktur zu erhöhen. Das erschwert Wirtschaftlichkeitsberechnungen im Vorher/Nachher Vergleich, zumal sich der Zugewinn an Dynamik und Agilität nicht so einfach wie reine Leistungsdaten monetär erfassen lässt.

Dem Einstieg sollte immer eine minutiöse Planung vorausgehen: "Man kann nicht einfach eine passende SDDC-Lösung bei irgendeinem Anbieter von der Stange kaufen", sagt Gartner-Experte Russel. Zunächst müsse man sich darüber klar werden, welches exakte Ziel mit dem Einsatz erreicht werden soll. Dann ginge es darum, die verschiedenen Komponenten - oft auch von unterschiedlichen Herstellern - zu einer sinnvollen Lösung zusammenzuführen und zu orchestrieren.

Anpassungen an spezifische APIs notwendig

Hier sei durchaus Vorsicht geboten, um eine Herstellerabhängigkeit zu vermeiden. Zwar könnten Open-Source Standards oder eine Cloud Management Plattform die Abhängigkeit von einem Anbieter helfen zu vermindern, ganz ausschließen ließe sie sich damit aber nicht. Weil es keine durchgängigen Standards für Infrastruktur-APIs gäbe, bedeute schon die Anpassung an spezifische APIs ein gewisses Maß an Abhängigkeit. Deswegen sei es umso wichtiger, die Vor- und Nachteile einer Migration - sowohl für den Einstieg, als auch für einen möglichen späteren Ausstieg - sorgfältig zu kalkulieren, schon bevor die Entscheidung für einen Hersteller oder eine Technologie getroffen wird. "Man muss sich klar machen, dass man bei der Einführung von SDDC-Lösungen in gewisser Weise die Hardware-Abhängigkeit gegen eine Software-Abhängigkeit eintauscht", sagt Russel, "man sollte vorher alle Fakten kennen und diese Entscheidung dann bewusst treffen."

Sicher ist: Mit ihren gegenwärtigen RZ-Infrastrukturen werden die Unternehmen die zukünftigen Herausforderungen der Digitalisierung nicht bewältigen können. Die Marktforscher von Crisp Research haben für die Studie "Digital Business Readiness" deutsche IT-Entscheider nach ihren Strategien befragt. Zwar fühlt sich danach ein Großteil der befragten deutschen Unternehmen (72 Prozent) gut auf die Digitale Transformation vorbereitet. Die notwendigen Um- und Ausbauten der IT-Infrastruktur befänden sich allerdings noch fast überall in einer frühen Phase.

Investitionen notwendig, um zukunftsfähig zu bleiben

Das meiste Geld (etwa zwei Drittel der IT-Ausgaben) werde nach wie vor dafür ausgegeben, bestehende IT-Infrastrukturen zu verwalten. Lediglich 33 Prozent des IT-Budgets der befragten Unternehmen fließen derzeit in den Ausbau sogenannter "Next-Generation-Infrastrukturen", also flexibler und agiler IT-Landschaften. "Im Verhältnis zu den vergangenen Jahren ist das eine Steigerung um etwa zehn Prozentpunkte. Dies ist ein Indikator dafür, dass viele Unternehmen die Notwendigkeit erkannt haben, mehr in ihre IT-Infrastrukturen zu investieren, um diese fit für das digitale Zeitalter zu machen", resümiert Rene Büst, Analyst bei Crisp Research.

Dabei halten über zwei Drittel (68 Prozent) der Befragten die Rechenzentrums-Infrastruktur für den wichtigsten Baustein, also für den Regisseur und Hauptdarsteller der digitalen Transformation. "Im Rahmen der Next-Generation Infrastructure werden die Investitionen großteilig in die Rechenzentrumsinfrastrukturen - wie Cloud, SDN, Automation, Modularisierung und Standardisierung - fließen", sagt Analyst Büst.

Auch die Auguren von Gartner gehen davon aus, dass die IT-Landschaften sich zukünftig drastisch verändern werden: "Das SDDC ist entscheidend für die langfristige Entwicklung des agilen Rechenzentrums", sagt der Gartner Vice President Russel. Für Unternehmen gehe es auch darum, den Anschluss nicht zu verpassen. Sie "sollten sich deshalb gründlich mit dem Thema auseinandersetzen, aktuelle Entwicklungen verfolgen und durchdachte erste Schritte einleiten", rät der SDDC-Experte.