Twitter, Collaboration, VoIP

Die Zukunft der Kommunikation

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Manager namhafter IT-Player und Carrier haben für Sie in die Glaskugel geblickt: Wie werden wir in Zukunft im Business-Alltag kommunizieren?

Twitter, Instant Messaging, Presence Management, Unified Communications and Collaboration, Video-Conferencing, Web-Conferencing, Social Networking - neue Techniken und Plattformen zum Kommunikationsaustausch gibt es genügend. Doch welche werden sich im Arbeitsalltag durchsetzen? Und wie verändert die Technik unser Kommunikationsverhalten? Die COMPUTERWOCHE hat hierzu Branchenvertreter befragt.

Karsten Lereuth, BT: Nahtlose Verschmelzung

Karsten Lereuth, CEO von BT Germany
Karsten Lereuth, CEO von BT Germany
Foto: BT Deutschland GmbH

Der Wecker klingelt, ich stehe auf, mache mir einen Kaffee und blättere auf meinem iPad die wichtigsten Tageszeitungen durch. Dann werfe ich einen Blick auf die E-Mails: Zu einer davon habe ich eine Frage, die ich mit dem Kollegen schnell besprechen möchte. An seiner Presence-Anzeige sehe ich aber, dass er gerade in den USA weilt und deshalb so früh noch nicht erreichbar ist. Durch eine Suche in unserem internen Social Network finde ich heraus, dass es zwei weitere Kollegen gibt, die an dem Thema arbeiten und meine Frage beantworten können. Einer von ihnen, Peter Schmidt, ist schon erreichbar. Durch einen einfachen Klick baue ich eine Verbindung auf. Natürlich probiere ich nicht wie früher alle Telefonnummern durch - unsere VoIP-Plattform Ribbit findet selbst heraus, auf welchem Gerät der Kollege gerade zu erreichen ist. Peter sagt, er habe das Produkt, um das es geht, gerade bei sich. Also klicke ich auf die VidetTaste und erweitere unser Gespräch zu einer Videokonferenz. Mittlerweile versucht eine Kollegin aus dem Vertrieb, mich dringend zu erreichen. Weil ich gerade nicht ans Telefon gehen kann, hinterlässt sie eine Nachricht auf meiner einheitlichen Voice-Box, die dann in Text umgewandelt und mir zugeschickt wird. Ich leite sie gleich weiter an den zuständigen Experten und setze mein Gespräch mit Peter fort. Weil das Taxi wartet, ich das iPad aber nicht mitnehmen möchte, leite ich die Videokonferenz auf mein Smartphone um und kann nahtlos weiterkonferieren. Später im Büro schalte ich meinen Thin Client ein. Vier Kollegen haben mir E-Mails wegen der Projektplanung geschickt. Ich klicke auf alle vier Kontakte und starte spontan eine Telefonkonferenz, weil das Thema so effizienter geklärt werden kann. Jeder von uns öffnet den Projektplan - aber nicht seine eigene Version, sondern wir arbeiten auf unserer Dokumentenplattform alle parallel an demselben Dokument. Die aktualisierte Fassung liegt danach sofort für jeden zugänglich auf dem Server.

Klingt noch sehr visionär? Ja und nein. Die Komponenten sind alle schon vorhanden, viele davon setzen wir bei uns schon heute täglich ein. Im Moment arbeiten wir daran, die Vernetzung der einzelnen Elemente zu optimieren. Denn das ist für mich Unified Communications: die nahtlose Verschmelzung aller Kommunikationskanäle, die wir nutzen. Dadurch sparen wir Zeit, weil das Suchen nach Telefonnummern und Ansprechpartnern wegfällt und wir immer das Endgerät und das Kommunikationsmedium verwenden, das in der jeweiligen Situation am komfortabelsten und praktischsten ist.