Management-Consulting

Die zehn größten mittelständischen Beratungshäuser

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Neben den großen Management-Beratungen spielen auch die mittelständischen Anbieter in Deutschland eine wichtige Rolle.

Die Nachfrage nach klassischer Management- und Unternehmensberatung ist im vergangenen Jahr solide gewachsen. Marktführer sind nach wie vor die Tochtergesellschaften großer multinationaler Konzerne wie McKinsey, Roland Berger, Boston Consulting Group, Booz & Company und Oliver Wyman. Aber auch viele der hiesigen Mittelständler spielen im deutschen Management-Beratungsgeschäft inzwischen eine wichtige Rolle.

Die Lünendonk GmbH, Kaufbeuren, hat die zehn umsatzstärksten Unternehmen mit Sitz in Deutschland ermittelt, die mehr als 60 Prozent ihrer Gesamteinnahmen mit klassischer Unternehmensberatung - etwa in den Bereichen Strategie, Organisation und IT - erwirtschaften und dabei einen Gesamtumsatz von 500 Millionen Euro nicht überschreiten (siehe Tabelle). Zusammen kamen die Top-10-Mittelständler 2008 auf insgesamt 779 Millionen Euro Umsatz. Die Spannweite reicht dabei von 135 Millionen bis 28 Millionen Euro.

Im Durchschnitt entfallen laut Lünendonk 28,8 Prozent der Einnahmen der Top Ten auf Organisations- und Prozessberatung, 19,6 Prozent auf Strategie- und 15,7 Prozent auf IT-Beratung. Weitere 8,5 Prozent erzielen die Anbieter mit Consulting-Leistungen im Marketing-Bereich sowie vier Prozent mit Finanz- und jeweils zwei Prozent mit Logistik- und Technologieberatung. Verglichen mit den großen internationalen Konzernen ist das Leistungsspektrum der mittelständischen deutschen Management-Berater breit gefächert, Spezialistentum hat einen großen Stellenwert.

Neun der zehn größten Anbieter sind im vergangenen Jahr gegenüber 2007 gewachsen. Der Mittelwert der Steigerungen lag bei 19,5 Prozent. Die Zahl ihrer Mitarbeiter ist dagegen mit durchschnittlich 16,4 Prozent nur leicht gestiegen. Bei den zehn Unternehmen waren 2008 insgesamt 3295 Mitarbeiter angestellt, davon 2777 in Deutschland. Die durchschnittlichen Pro-Kopf-Umsätze erhöhten sich von 240.000 Euro auf 245.000 Euro.

Alle zehn Anbieter haben 2008 Umsätze im Ausland erzielt, teilweise mit Anteilen bis zu einem Viertel ihrer Gesamteinnahmen. Im Durchschnitt erzielten die Top Ten einen Exportanteil von mehr als 13 Prozent. Die Inlandseinnahmen sind mit durchschnittlich 20,5 Prozent jedoch deutlich stärker gewachsen als die Auslandsumsätze (12,5 Prozent). Dies deutet laut Lünendonk darauf hin, dass die Nachfrage im Ausland im vergangenen Jahr bereits stärker unter der weltweiten Krise gelitten hat als hierzulande.

Trotz der Umsatzzuwächse 2008 erwarten die größten mittelständischen Management-Berater für das laufende Jahr nur noch eine Steigerung ihrer Einnahmen von durchschnittlich 2,8 Prozent. In den nachfolgenden vier Jahren sollen die Einnahmen aber schon wieder um fast zehn Prozent pro Jahr zulegen, so ihre optimistische Prognose. (sp)