CW Spezial Top 100 - Cloud Computing

Die Wolken-IT

11.10.2011 | von Carlo Velten (Autor) ?und?Frank Heuer
Carlo Velten
Dr. Carlo Velten ist bei der Experton Group AG als Senior Advisor tätig. Sein Schwerpunkt liegt auf der Beratung von IT-Anwendern und -Anbietern zu den Themen Social Media, Enterprise 2.0, Semantic Web, Cloud Computing und Suchtechnologien.
Email:
Innerhalb kürzester Zeit hat sich der anfängliche Hype zu einer echten Option entwickelt. Wir haben Analysten der Experton Group um eine Einordnung gebeten.
Foto: Lilya, Fotolia.de

Spätestens seit der CeBIT 2011 ist klar, dass das Thema Cloud Computing im Markt angekommen ist. So stand die weltgrößte IT-Messe unter dem Leitmotiv „Work and Life with the Cloud“. Neben der stark frequentierten „Cloud Computing World“ des Branchenverbands Bitkom fokussierten auch fast alle großen IT-Anbieter ihre Messeauftritte auf das Thema Cloud.

Die Experton Group sieht nicht nur die Kommunikationsaktivitäten auf der zurückliegenden CeBIT als einen eindeutigen Indikator für die wachsende Business-Relevanz des Themas Cloud Computing in Deutschland. Vor allem zeigt eine Vielzahl von konkreten Projekten, dass immer mehr Unternehmen von einer ersten Evaluierungs- in die konkrete Planungs- und Investitionsphase umschalten, wie wir aus einer Vielzahl von Beratungsmandaten erfahren haben.

Nach unseren Analysen und Prognosen werden die Ausgaben und Investitionen deutscher Unternehmen für Cloud Services, Cloud-Technologien und Cloud-Beratung von 2010 bis 2015 im Durchschnitt um mehr als 40 Prozent pro Jahr wachsen. Das stärkste durchschnittliche Wachstum in diesem Zeitraum – über 50 Prozent pro Jahr – werden dabei die Cloud Services erreichen, die von 548 Millionen Euro auf fast 4,8 Milliarden Euro ansteigen werden. Gleichzeitig sollen das Marktvolumen für Cloud-Technologien von 400 Millionen Euro auf 2,6 Milliarden Euro und die Ausgaben für Cloud-Beratung und -Integration von 194 Millionen Euro auf 800 Millionen Euro ansteigen.

Cloud Computing und Mobility

Der Cloud-Computing-Trend schlägt sich auch im Wachstumsmarkt Mobility nieder. Aufgrund seiner großen Flexibilität kann sich Mobile Cloud in bestimmten Anwendungsfällen zur starken Alternative zu Mobile Apps entwickeln. Pro-Argumente sind die Aktualität der Anwendungen, flexible Nutzung und Bezahlung sowie die Plattformunabhängigkeit – wobei letzterer Punkt nur hinsichtlich der Betriebssysteme uneingeschränkt gilt.

Bei unterschiedlichen Browser-Versionen können sich durchaus differierende Nutzungserlebnisse zeigen. Abhilfe soll hierbei künftig HTML5 schaffen. Auch für Entwickler ist die Mobile Cloud attraktiv, denn sie haben im Falle der Apps auf die Positionierung und Vermarktung auf den digitalen Marktplätzen (zum Beispiel „App Store“) meist nur geringen Einfluss.