Nackenschmerzen und Rückenprobleme

Die wichtigsten Symptome für Stress

Susanne Köppler ist freie Autorin in München.
Ständige Erreichbarkeit und Termindruck hinterlassen bei vielen Arbeitnehmern Spuren. Viel Stress kann sich schnell auch auf das körperliche Wohlbefinden auswirken. Nacken- und Rückenschmerzen sind nur zwei der möglichen Folgen.

Die Studie "Betriebliches Gesundheitsmanagement 2016", die im Auftrag von pronova BKK im März 2016 durchgeführt wurde, zeigt, dass viele Arbeitnehmer in Deutschland unter Stressfaktoren am Arbeitsplatz leiden. Termindruck, schlechtes Arbeitsklima und emotionaler Stress sind Auswüchse der steigenden Anforderungen im Job.

86 Prozent leiden unter Stress

Laut der repräsentativen Online-Befragung fühlen sich in Deutschland 86 Prozent der Mitarbeiter im Job gestresst. 38 Prozent der Befragten leiden unter dem ständigen Termindruck, 37 Prozent fühlen sich auf Grund des schlechten Arbeitsklimas unwohl und 36 Prozent macht der emotionale Stress zu schaffen. Für jeden dritten Mitarbeiter ist die ständige Erreichbarkeit auch nach Feierabend zu viel.

Kopfschmerzen sind bei vielen Arbeitnehmern oft stressbedingt.
Kopfschmerzen sind bei vielen Arbeitnehmern oft stressbedingt.
Foto: g-stockstudio - shutterstock.com

Junge Arbeitnehmer sind hierbei besonders gefährdet. 91 Prozent der 18 bis 39-Jährigen fühlen sich in ihrem Beruf stark belastet. Der Arbeitsmediziner Gerd Herold von der pronova BKK sieht den Ehrgeiz der jüngeren Generation als ausschlaggebendes Kriterium, weil der Job für sie besonders identitätsstiftend sei und sie daher ihre Belastungsgrenzen häufig zu spät erkennen.

Wie wirkt sich der Stress auf den Körper aus?

Emotionaler Stress wirkt sich bei vielen Arbeitnehmern auch auf das körperliche Wohlbefinden und die Gesundheit aus. So klagen zwei Drittel der Befragten über Verspannungen im Nacken, 63 Prozent leiden unter Rückenschmerzen und gut jeder Zweite berichtet von Schmerzen in Schultern, Armen oder Händen. Andere stressbedingte Beschwerden der deutschen Arbeitnehmer sind Kopfschmerzen, Unruhe, Nervosität, Schlafstörungen und Depressionen bis hin zum Burnout.

Unter den befragten Frauen leiden noch etwas mehr unter den Auswirkungen von Stress. Fast 80 Prozent klagen über Nackenschmerzen, 70 Prozent leiden unter Rückenproblemen. Laut Herold sind Frauen nach wie vor aufgrund der schweren Vereinbarkeit von Beruf und Familie besonders von Stress betroffen. Daher sind auch Beschwerden wie Kopfschmerzen, Erschöpfungserscheinungen und Schlafstörungen bei Frauen ausgeprägter als bei Männern.

Unternehmen dürften aber nicht den Fehler machen, Gesundheitsförderung nur an junge Mitarbeiter und Frauen mit Kindern zu richten, da sich auch Männer zunehmend an der Familienarbeit beteiligen und einen Spagat zwischen Karriere und Familie meistern müssen, erklärt Herold.

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