IT-Skills 2015

Die wichtigsten Skills für IT-Profis

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Security, Cloud Computing und andere Trends treiben die IT voran. Wer sich hier Spezialwissen aneignet, erhöht seine Chancen.
Security, Cloud Computing und andere Trends treiben die IT voran. Wer sich hier Spezialwissen aneignet, erhöht seine Chancen.
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Foto: lassedesignen - Fotolia.com

Die wichtigste Fähigkeit, die alle IT-Profis künftig mitbringen müssen, hat wenig mit fachlichem Wissen zu tun. Sie gehört eher zu den von Arbeitgebern eingeforderten Soft Skills: IT-Profis, ob sie nun fest angestellt oder freiberuflich arbeiten, müssen vor allem lernbereit sein, da sich ihr Umfeld wie kaum ein anderes verändert. Das zeigt die Studie "IT-Skills 2015", für die die COMPUTERWOCHE im Auftrag des Personaldienstleisters Hays 411 IT-Fach- und Führungskräfte befragte.

So ist für 16 Prozent der Befragten in ihrem IT-Umfeld heute nichts mehr so wie vor fünf Jahren, mehr als jeder Zweite konstatiert sehr viele Veränderungen. Auch bis 2020 rechnen fast alle damit, dass der Wandel in dem Tempo weitergeht. Als wichtigste Triebfedern für die Veränderungen machen die Befragten die technische Entwicklung, die sich in Trends wie Cloud Computing, Big Data oder Internet 4.0 niederschlägt, sowie die digitale Transformation aus. Aber auch neue Geschäftsmodelle und Organisationformen in den Unternehmen verlangen den Wandel.

Der Wandel bleibt

Technische Trends wie Cloud Computing oder Big Data wirken sich auch auf die Aufgaben und damit die Anforderungen an IT-Fachkräfte aus. Unter die Top Ten der Berufe, die im Jahr 2020 am stärksten nachgefragt sein werden, schafften es laut IT-Skills-Studie nicht nur Klassiker wie Entwickler, Berater, Netzwerk- und Datenbankadministratoren. Mit dabei sind auch Profile, für die es bislang weder ein klares Berufsbild noch eine einheitliche Bezeichnung oder gar einen definierten Ausbildungsweg gibt: Security-Spezialisten, Cloud-Architekten, Data Visualizer.

Software Defined Infrastructure in Deutschland 2016

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Software Defined Infrastructure (SDI) hilft Ihnen IT-Ressourcen kosteneffizienter und flexibler zu nutzen.
Weitere Vorteile und eine Roadmap zur SDI laut IDC erfahren Sie in dieser Studie.

Beim Personaldienstleister Hays, der Freiberufler wie auch Fach- und Führungskräfte vermittelt, verantwortet Oliver Wippich im Recruitment-Management die Betreuung aller IT-Spezialisten. Die Positionen, die mit diesen Experten besetzt werden sollen, richten sich in erster Linie an Softwareentwickler, Berater und Infrastrukturexperten wie Administratoren. Noch im einstelligen Prozentbereich bewegt sich dagegen die Nachfrage nach IT-Architekten, Security-Experten oder Cloud-Experten. Den geringeren Bedarf an IT-Architekten erklärt Wippich mit einem Vergleich aus der Bauwirtschaft: "Man wird immer mehr Leute benötigen, die Häuser bauen, als solche, die sie planen. Auch in der IT werden mehr Entwickler als IT-Architekten eingesetzt."

Für die Zukunft räumt der Hays-Manager neuen Berufen wie Security- oder Cloud-Experten gute Wachstumschancen ein. Entwicklern, Beratern oder Administratoren werden sie aber nicht den Rang ablaufen. Aktuell sind nur sehr wenige IT-Leute als Security-Profis unterwegs, vielmehr kombinieren sie Wissen aus unterschiedlichen Bereichen, erklärt Wippich: "Die meisten kommen aus dem IT-Infrastrukturbereich und bringen Wissen über Betriebssysteme, Router oder Ports mit. Dieses verbinden sie mit Kenntnissen über allgemeine Sicherheitsstandards und spezielles Analyse- und Methoden-Know-how wie Penetrationstests."

Ähnlich stellt sich die Lage bei Cloud-Experten dar: Die sind als Entwickler, Berater oder IT-Architekten unterwegs und verbinden ihr angestammtes Wissen mit Cloud-Kenntnissen. Ein sogenannter Cloud-Architekt muss beispielsweise nicht nur die bestehende Hardware, Software oder Netze analysieren, sondern auch die Produkte der Cloud-Anbieter bewerten und einordnen können.

Während sich die Befragten in der CW-Studie nicht einig sind, ob künftig mehr IT-Generalisten oder Spezialisten gefragt sind, kann Wippich aufgrund der heutigen Vermittlungserfahrung eine eindeutige Antwort geben: "Freiberufler werden häufig eingesetzt, wenn das interne Wissen nicht ausreicht oder ein bestimmtes Know-how für begrenzte Zeit benötigt wird. Darum brauchen sie immer Spezialwissen, das auf dem aktuellsten Stand ist."

Oliver Wippich, Hays: "Freiberufler brauchen immer Spezialwissen, das auf dem aktuellsten Stand ist."
Oliver Wippich, Hays: "Freiberufler brauchen immer Spezialwissen, das auf dem aktuellsten Stand ist."
Foto: Hays

Kein akuter Mangel

Während Verbände und Hersteller den Mangel an IT-Fachkräften beklagen, finden Wissenschaftler und Gewerkschafter keine Indizien dafür. Auch die IT-Skill-Umfrage liefert keinen Hinweis auf einen akuten Mangel, noch am schwersten seien Stellen im Umfeld von Cloud, Security oder Big Data zu besetzen. Eine echte Knappheit erwartet jeder zweite Befragte auch in naher Zukunft nur im Security-Umfeld. Das hat nach Wippichs Erfahrung aber auch damit zu tun, dass es für viele Berufe im Umfeld neuer IT-Trends noch keine definierten Ausbildungswege gebe.

Ein Blick auf die aktuelle Vermittlungspraxis zeigt, dass heute in erster Linie erfahrene SAP-Spezialisten schwerer zu finden sind - vor allem außerhalb der Ballungszentren. Dazu Hays-Manager Wippich: "In den Ballungszentren gibt es viele Stellen, die wiederum viele Leute anziehen, die sie besetzen. Je weiter man von Ballungszentren wie München entfernt ist, desto weniger funktioniert dieser Mechanismus."

Dennoch gehen 58 Prozent der in der IT-Skill-Studie Befragten davon aus, dass Unternehmen bedingt durch den Fachkräftemangel verstärkt auf externe IT-Experten zugreifen werden müssen. 43 Prozent sind der Ansicht, dass auch die Auslagerung von IT-Services an Dienstleister in den kommenden Jahren stark zunehmen und damit die Arbeitswelt der IT-Profis stark beeinflussen wird. Den größten Einfluss auf die Arbeitswelt der Zukunft habe aber der weiter steigende Arbeitsdruck in der Branche, davon sind 76 Prozent der Befragten überzeugt.

Gefragteste IT-Spezialisten 2020

Auch unter dem Eindruck der aktuellen Sicherheitsdiskussionen sagen Experten dem Security-Profi eine verheißungsvolle Zukunft voraus.

Foto: Hays

IT-Skills 2015

IT-Fach- und Führungskräfte befragte die COMPUTERWOCHE im Auftrag des Personaldienstleisters Hays im November und Dezember 2014. Die Mehrheit der Befragten hat die IT-Abteilung im Haus, 73 Prozent arbeiten mit externen Dienstleistern zusammen, 43 Prozent mit IT-Freiberuflern und zwölf Prozent mit Zeitarbeitern.

Sonderheft zur "Zukunft der IT-Profis" zum Download

Dieser Artikel ist im COMPUTERWOCHE-Sonderheft "Zukunft der IT-Profis" erschienen, welches hier zum kostlosen Download (PDF) zur Verfügung steht.

Hays Sonderheft zum Download