Die VoIP-Migration richtig planen

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Soll eine VoIP-Einführung nicht zum unkalkulierbaren Abenteuer geraten, muß eine Vielzahl an weichen und harten Faktoren bei der Migration berücksichtigt werden.

Hier lesen Sie …

  • wo typische Stolpersteine der VoIP-Migration liegen;

  • welche technischen und menschlichen Faktoren zu berücksichtigen sind;

  • was bei der Anbieterauswahl zu beachten ist.

Noch zögern viele Unternehmen, Voice over IP (VoIP) als Ersatz für die klassische Telefonie einzuführen. Zahlreiche Entscheider fürchten nämlich, so das Ergebnis einer Gartner-Erhebung, dass mit der Migration zur IP-Telefonie eine unüberschaubare Kostenlawine, auf sie zurollt. Eine Angst, die vor allem dann nicht ganz unbegründet ist, wenn seit dem Zerplatzen der Dotcom-Blase und des damit verbundenen Internet-Hypes nicht mehr in die Netzinfrastruktur investiert wurde und die Komponenten entsprechend veraltet sind.

Als Hinderungsgrund für eine VoIP-Migration sticht das Kostenargument allerdings nur bedingt. Einerseits lässt sich die Einführung der IP-Telefonie auch in mehreren Stufen bewältigen, anderseits müssen Netzkomponenten sowieso ausgetauscht werden, wenn sie den Zenit ihrer Lebenserwartung überschritten haben und damit kein reibungsloser Netzbetrieb mehr gewährleistet ist. Zudem eröffnet die VoIP-Einführung Chancen, wenn etwa im Zuge des Projektes gleichzeitig die Netzinfrastruktur konsolidiert wird. Die hier häufig erforderliche Neuausschreibung der WAN-Verbindungen ergibt beispielsweise Einsparpotenziale, wenn günstigere und leistungsfähigere Technologien für die Fernverkehrsinfrastruktur gewählt werden. Ferner lassen sich durch ein geschicktes Voice-Routing bei der IP-Telefonie in der Regel die Telefonkosten drastisch senken.

Der Kostenaufwand relativiert sich zudem, wenn noch weiche Faktoren, die oft nicht direkt in Zahlen messbar sind, einbezogen werden, wie Gartner in dem Bericht "2005: The Year of IP Telephony: Get your Hands Dirty" aufzeigt. Durch die Konvergenz von Telekommunikations- und IT-Welt lässt sich nicht nur das Management der IT-Infrastruktur vereinfachen, sondern viele Arbeitsprozesse können effizienter gestaltet werden. Beispiele hierfür sind etwa die Darstellung etablierter Web-Prozesse als Sprachanwendungen oder in Verknüpfung mit der IP-Telefonie über das Session Initiation Protocol (SIP) mit XML-orientierten Messaging-Diensten.

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