Definition und Ablauf

Die Top Facts über Lead Nurturing

Amelie Höllersberger schreibt als Expertin zu den Themen Marketing Automation und Lead Management. Als Marketing Managerin ist sie Teil der ec4u marketing experts ag, die ihre Kunden u.a. bei der Einführung von Marketing Cloud Lösungen unterstützt. Mit ihren Artikeln möchte sie zum Nach- und Überdenken animieren.

Um die Mythen ein für alle Mal zu beseitigen, widme ich mich in diesem Artikel der Erläuterung des Lead Nurturings. Neben der allgemeinen Definition, werden die unterschiedlichen Formen von Nurture Mails vorgestellt und es erläutert, wie Best Practices aussehen sollten.

Im Zusammenhang mit dem Thema Online Marketing oder E-Mail Marketing taucht der Begriff "Lead Nurturing" vermehrt auf, ohne dass er dann näher erklärt wird.
Der klassische Kontrahent, der E-Mail Newsletter wird ihm gern gegenüber gestellt, und auch sonst wird der Begriff gerne in Zusammenhang mit der Customer Journey und relevanter 1:1 Kommunikation genannt.

Ein Nurture Prozess bewegt sich entlang der Customer Journey und orientiert sich an bestimmten Eckdaten wie Person, Problem und Kanal. Dabei verlaufen viele Stränge in unterschiedliche Richtungen.
Ein Nurture Prozess bewegt sich entlang der Customer Journey und orientiert sich an bestimmten Eckdaten wie Person, Problem und Kanal. Dabei verlaufen viele Stränge in unterschiedliche Richtungen.
Foto: Oliver Le Moal - shutterstock.com

Was ist Lead Nurturing?

Googelt man im Netz nach unserem Stichwort so erhält man von Wikipedia die folgende Erklärung:

"Einen Interessenten zum richtigen Zeitpunkt mit relevanten Informationen anzusprechen, passend zur jeweiligen Phase der Kaufentscheidung, in der sich der Interessent gerade befindet. Daher auch die Bezeichnung "Nurturing" (eng. to nurture = wachsen lassen, nähren, aufziehen), die in diesem Zusammenhang für das Weiterentwickeln eines Leads von einer Phase des Verkaufstrichters in die nächste steht. Mit Lead Nurturing helfen wir einem Interessenten, in seiner Entscheidung weiterzukommen und sich mehr Wissen zu einem Produkt oder einem System anzueignen. Im Gegenzug dazu bauen wir langsam aber sicher ein allumfassendes Kundenprofil und somit eine Beziehung zu ihm auf.

Beim Lead Nurtiring wird der Kunde vom ersten Kontakt bis zum Abschluss begleitet und aufgebaut.
Beim Lead Nurtiring wird der Kunde vom ersten Kontakt bis zum Abschluss begleitet und aufgebaut.
Foto: singkham - Fotolia.com

Wie werden Nurtures unterschieden?

Natürlich gibt es für jede Phase des Entscheidungsprozesses unterschiedliche Nurtures, wobei der bekannteste wohl der sogenannte "Welcome Nurture" ist. Dieser ist speziell für Interessenten gedacht, die zum ersten Mal kontaktiert werden. In dieser Phase weiß der Interessent noch nicht viel über ein Unternehmen und informiert sich zunächst einmal ganz allgemein über ein Produkt oder einen Service. Mögliche Inhalte, die man dem Interessent mit auf den Weg geben könnte, wären beispielsweise White Paper oder Blogbeiträge, die ihn ganz allgemein informieren.

Ein Welcome Nurture sollte unverzüglich oder zumindest zeitnah nach einer Aktion auf der Website oder nach einem ausgefüllten Formular erfolgen. Denn offenbar ist das Informationsbedürfnis des Leads momentan sehr hoch. Durch einen Welcome Nurture bleibt man im Gedächtnis des potenziellen Kunden und hält ihn "bei der Stange".
Im Idealfall haben Unternehmen unterschiedliche Welcome Nurtures im Einsatz, um Content zu liefern, der so relevant wie möglich ist.

Zeigen Leads daraufhin weiteres Interesse und sind aktiv auf der Website unterwegs und geben in Formularen weitere Informationen von sich preis, versenden Unternehmen "Follow-Up" Nurtures.

Wer bist Du und was willst Du?

Ein wichtiges Hilfsmittel stellt dabei die Klassifizierung dar, die die Leads in verschiedene Gruppen einteilt. Dies könnte exemplarisch so aussehen:

  • M1-Lead: Interessent hat sich per Mail an Unternehmen gewandt

  • M2-Lead: Interessent hat bereits an einem Webinar teilgenommen

  • M3-Lead: Hat relevantes White Paper von Website runtergeladen

  • M4-Lead: Der Interessent liest regelmäßig E-Mails des Unternehmens

Der Vorteil dieser Klassifizierung liegt auf der Hand: Interessenten können relevanter informiert und schneller von einer Stufe in die nächste entwickelt werden.

Ein weiterer Nurture, den man jedoch deutlich seltener antrifft, ist der "Wake-Up Nurture", der sich an Leads wendet, die schon länger keine Aktion mehr auf der Website getätigt haben oder sich nicht wie vorgesehen in die nächste Phase weiterentwickelt haben.

Mit diesem Nurture wird der Lead "aufgeweckt" und aus seiner passiven Phase geholt. Beliebte Aktionen bei diesen Nurtures sind Gewinnspiele oder Gutscheine, die in einem bestimmten Zeitraum eingelöst werden müssen. Die Erfahrung zeigt, dass nur E-Mails mit einem Nutzen oder Mehrwert für den Lead auch die nötige Beachtung finden.

Zielformulierung als Erfolgsfaktor

Bevor E-Mail Nurture Programme aufgesetzt werden, ist es wichtig die eigenen Ziele klar zu formulieren und darauf zu achten, dass ein Interessent niemals in mehr als einem Nurture Flow ist. Regelrechte E-Mail Fluten eines Unternehmens könnten dazu führen, dass er sich genervt abwendet, Mails abbestellt oder sie kommentarlos in seinen Spam Order verschiebt. Auch der Content einer Nurture E-Mail sollte regelmäßig auf Aktualität und Relevanz überprüft, analysiert und gegebenenfalls angepasst werden.

Probleme und Herausforderungen

Beim Entwickeln von Nurture Strecken oder Nurture Programmen werden gerne Stunden, wenn nicht sogar Tage darauf verwendet, am richtigen Wording für E-Mail Texte zu feilen. Was schreiben wir in die Betreffzeile und wie gestalten wir den Call-to-Action Button?

Diese Überlegungen sind sicherlich von Bedeutung, doch im Vorfeld sollte sichergestellt sein, dass folgende Fragen ausreichend beantwortet werden können:

  • Welche Persona möchte ich ansprechen?

  • Welchen Problemen und Herausforderungen muss diese Persona sich im täglichen Arbeitsumfeld stellen?

  • Über welche Kanäle kommuniziert diese Persona?

  • Welche Art von Humor und welche Fachbegriffe versteht sie? Wie technisch interessiert ist sie?

Ein richtiger Nurture Prozess bewegt sich entlang der Customer Journey und orientiert sich an bestimmten Eckdaten wie Person, Problem und Kanal und hat viele unterschiedliche Stränge, die in alle Richtungen verlaufen.

Jetzt, wo Sie perfekt über das Thema Lead Nurturing Bescheid wissen, sollten Sie noch einmal meinen Artikel "Zeitgemäßes Marketing - Lead Nurturing versus Newsletter Marketing" lesen. Wer ist für Sie der Gewinner im Dialog mit dem Kunden? (bw)

 

Aley Sauer-Byhr

War dieser Artikel nicht bereits am 20. November Thema hier? Warum ändert Ihr ohne Inhaltsanpassung das Datum?

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