IT-Jahresrückblick 2016

Die Tech-Stories des Jahres

Florian beschäftigt sich mit dem Themenbereich IT-Security und schreibt über reichweitenstarke und populäre IT-Themen an der Schnittstelle zu B2C. Daneben ist er für den Facebook- und LinkedIn-Auftritt der COMPUTERWOCHE zuständig.
Die IT-Welt blickt auf ein wildes, in Teilen merk- , in Teilen denkwürdiges Jahr zurück. Wir haben die Geschehnisse, die die Tech-Branche in diesem Jahr erschüttert, belustigt, begeistert und besorgt haben, für Sie zusammengetragen.

Fortschritt bedeutet auch das Erwachsen neuer Probleme. Unsere Auswahl der internationalen Tech-Stories des Jahres beweist, dass das in ganz besonderem Maße für die IT-Welt gilt: Das Internet hat uns alle näher zusammengebracht, aber auch den Weg geebnet für Phänomene wie ‚Fake News‘ und neue Formen der Cyberspionage. Die immer weiter fortschreitenden Entwicklungen auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz sorgen bei Menschen auf der ganzen Welt für Existenzängste. Die Industrie selbst konsolidiert sich in einigen Bereichen - etwa im Bereich der Halbleiterproduktion - immer weiter, um den neuen Anforderungen, die durch das Internet of Things und Technologien wie Virtual Reality entstehen, gerecht werden zu können.

Diese Tech-Stories sorgten 2016 für große Augen und offene Münder.
Diese Tech-Stories sorgten 2016 für große Augen und offene Münder.
Foto: Africa Studio - shutterstock.com

Und dann gibt es auch noch die Geschichten, die für einige von elementarer Bedeutung waren, während der Rest sich ob des mehr als fraglichen "Sensationswertes" nur am Kopf kratzen konnte. Hier kommen die Tech-Stories des Jahres 2016! Und wenn Sie kein Freund vieler Worte sind, gibt's das Ganze auch in komprimierter Form als Bildergalerie:

Triumph für Trump und die Fake-News

Die US-Präsidentschaftswahl bereitet der IT-Branche in mehrerlei Hinsicht Unbehagen. Sie sorgt aber auch dafür, dass uns wieder einmal bewusst wird, welche Gefahren im Netz lauern: Gezielt gestreute Fehlinformationen sorgen für eine weltumspannende Debatte über die Rolle der sozialen Medien bei der öffentlichen Meinungsbildung und darüber, ob und wie Facebook, Google, Twitter und Co. gegen solche Fake-News vorgehen sollten.

Der US-Wahlkampf ist in diesem Jahr bei Facebook das News-Thema schlechthin. Allerdings tauchen in diesem Rahmen auch höchst zweifelhafte Inhalte auf. Etwa der Vorwurf, die demokratische Präsidentschafts-Kandidatin Hillary Clinton würde von einer Pizzeria in Washington DC aus einen Kinderporno-Ring betreiben.

Google und Facebook haben inzwischen damit begonnen, Sponsored Posts von Fake-News-Seiten zu blockieren, haben aber weiterhin mit dem Thema zu kämpfen. Die Welt bereitet sich inzwischen auf die Regentschaft des Tweeter-in-Chief Donald Trump vor, der behauptet, er hätte die Wahl auch nach Direktstimmen gewonnen, "hätte man die Millionen von Menschen, die illegal ihre Stimme abgegeben haben, abgeschoben". Möglicherweise die größte Fake-News von allen.

Botnet sabotiert IoT-Sicherheit

Das Internet of Things (IoT) verspricht nicht weniger als die nächste industrielle Revolution. Darüber hinaus wird das Internet der Dinge auch dazu genutzt werden, alle Arten von vernetzten Services zu erweitern. Spätestens seitdem das Mirai-Botnetz die Schlagzeilen weltweit erobert, repräsentiert das Kürzel IoT aber auch ein weltumspannendes Sicherheitsrisiko. Denn Mirai ist darauf ausgelegt, das Netz gezielt nach Devices wie Security-Kameras oder DVRs zu "scannen", um die Kontrolle über diese Geräte zu erlangen.

Das Mirai-Botnet wird 2016 unter anderem für die DDoS-Attacken auf den DNS-Provider Dyn, den Security-Blog KrebsOnSecurity und eine massive Störung im Netz der Deutschen Telekom verantwortlich gemacht. Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass solche Botnets unter Hackern und Cyberkriminellen in Zukunft deutlich an Beliebtheit gewinnen werden - es sei denn, die Hersteller von IoT-Devices sehen endlich davon ab, ihre Geräte lediglich mit einem Standard-Passwort abzusichern.

Halbleiter-Konsolidierung

Übernahmen zeigen häufig, in welche Richtung sich die Technologien entwickeln. Im Oktober diesen Jahres wird ein 38-Milliarden-Dollar-Deal zwischen dem US-Halbleiterriesen Qualcomm und seinem europäischen Konkurrenten NXP Semiconductors bekannt, der einen Wegweiser für die Halbleiterindustrie darstellt. Diese Branche konsolidiert sich immer mehr um das Internet of Things herum. Qualcomm möchte mit der Übernahme einen Blick über den Tellerrand der stagnierenden Smartphone-Industrie werfen und in den Markt für Connected Cars und IoT-Geräte einsteigen.

Die Übernahme von Chip-Hersteller ARM durch das japanische Telekommunikations-Unternehmen SoftBank für 32 Milliarden Dollar schlägt in die gleiche Kerbe: Die Japaner versprechen sich satte Gewinne durch die steigende Nachfrage nach Prozessoren und anderen IoT- und Mobile-Technologien.

Goodbye PC-Welt

Dass wir in einer "Post-PC-Welt" leben, verdeutlicht im April 2016 die Ankündigung von Intel, rund elf Prozent seiner Belegschaft weltweit zu entlassen. Das begründet der Konzern unter anderem mit dem weiterhin schwächelnden PC-Markt. Intel muss sich - insbesondere in Bezug auf die Trendthemen Cloud und IoT - weiterentwickeln. Datacenter-Equipment dürfte in Zukunft neben Sensoren und IoT-Devices das stärkste Wachstumsfeld des Unternehmens darstellen.