Druck durch Virtualisierung

Die Strategien der Server-Hersteller

08.09.2010
Von Hartmut  Wiehr
Wenn sich Virtualisierung durchsetzt, werden Anwender immer weniger physikalische Server kaufen. Deshalb entwickeln einige Server-Hersteller bereits Gegenstrategien.

Mit Virtualisierung ist es für viele Unternehmen möglich geworden, die Anzahl ihrer physikalischen Server zu reduzieren. Sie konsolidieren Server und Anwendungen, indem sie mehrere virtuelle Maschinen auf einer einzigen physikalischen Maschine konzentrieren und in diesen abgekapselten Umgebungen Applikationen implementieren.

Sieht von außen wie ein herkömmliches Blade-System aus: Aber der UCS-Server (Unified Computing System) von Cisco kann weit mehr - Virtualisierung auf einer neuen Stufe. (Foto: Cisco)
Sieht von außen wie ein herkömmliches Blade-System aus: Aber der UCS-Server (Unified Computing System) von Cisco kann weit mehr - Virtualisierung auf einer neuen Stufe. (Foto: Cisco)

Eine der Folgen dieser Entwicklung sind zurückgehende Verkaufszahlen für x86-Server, die nicht mehr nur mit der Wirtschaftskrise alleine erklärt werden können. Der übliche Austausch- oder Abschreibungszyklus lag bisher immer bei vier bis fünf Jahren, doch mit der weiteren Ausbreitung von Virtualisierung werden viele Server nicht mehr ersetzt werden.

Die großen Server-Hersteller haben sich allerdings schon längst auf den Virtualisierungstrend eingestellt. Sie haben entweder wie Dell die "virtuelle Ära" ausgerufen (will heißen, alle Produkte und Angebote sind jetzt irgendwie "virtuell") oder ganz einfach eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Anbietern von Virtualisierungs-Software in Gang gesetzt. Neben allen möglichen Bundles sind es ihre eigenen Angebote für das Management der virtuellen Umgebungen auf ihren Maschinen, mit denen sie am großen Trend teilhaben wollen. Oder sich eben nach neuen Geschäftsfeldern im Server-Umfeld umsehen, wenn der Hardware-Verkauf nicht mehr so läuft wie früher.

Ihnen kommt allerdings auch eine Eigentümlichkeit des Trends zu mehr Virtualisierung zugute: Damit virtuelle Maschinen so richtig funktionieren, braucht es mehr Rechenleistung, I/O-Kapazität und Speicherplatz an der Basis, über der die neue Technologie implementiert wird.