Cloud, Virtualisierung, SSD

Die Storage-Trends 2011

Ariane Rüdiger ist freie Autorin und lebt in München.
Cloud-Services und neue Speicherarchitekturen verändern den Storage-Markt und machen IT-Verantwortlichen das Leben leichter.

„Wir sehen den Speichermarkt in diesem Jahr sehr optimistisch“, berichtet Lynn-Kristin Thorenz, Director Research & Consulting bei IDC Central Europe. Allein die unaufhörlich wachsenden Datenmassen, aber auch jahrelang hinausgeschobene Investitionen in die IT-Infrastruktur machten Investitionen in Speichersysteme jetzt unabdingbar. Davon profitiere die ganze Branche: „Besonders die starke Zunahme mobiler Daten, die allgemeine Sammelwut und gesetzliche Vorgaben machen hier Druck“, beobachtet die Analystin.

Dieser Druck zeigt Wirkung, indem er die geltenden Paradigmen im Storage-Markt verschiebt. Unternehmen müssen ihre Daten heute nicht mehr unbedingt im eigenen Haus speichern. Das ist vielleicht die wichtigste Veränderung, die sich derzeit in den Köpfen vieler Storage-Verantwortlicher vollzieht. Was noch vor drei Jahren als Tabubruch galt, nämlich Daten einem externen Dienstleister anzuvertrauen, entwickelt sich gerade in kleinen Unternehmen und bei Freiberuflern zu einer gern genutzten Alternative.

Das Angebot an neuartigen Speicherdiensten wächst unterdessen stetig. Etliche zufriedene Anwender zerstreuen die Befürchtungen, die eigenen Daten seien beim Dienstleister grundsätzlich nicht sicher oder könnten ins Ausland gelangen und damit juristische Probleme auslösen. Die Vorteile von Storage as a Service oder Storage aus der Cloud haben inzwischen viele Unternehmen erkannt: Die Dienste machen Anwender unabhängig von Neuinvestitionen in Hardware und Software, auch die aufwändige Wartung und Pflege der System entfällt. Stattdessen zahlen Kunden in der Regel nach Speicherbedarf. Um die knifflige Frage, wie oft die Daten wo gespeichert und damit vor Missbrauch geschützt sind, muss sich in erster Linie der Dienstleister kümmern. Natürlich trägt der Anwender am Ende die Verantwortung; aber entsprechende Verträge können dafür sorgen, dass er sich im Ernstfall beim Anbieter schadlos halten kann. Und dieser wird sich schon aus Imagegründen darum bemühen, Probleme zu auszuschließen.

Deduplizierung bleibt ein wichtiges Thema

Weil die Datenmengen in den Unternehmen ungebremst wachsen, ist es kein Wunder, dass Sicherungs- und Deduplizierungstechniken weiterhin eine wichtige Rolle spielen. In diesem Segment gibt es zahlreiche neue Entwicklungen, die zum Teil schon auf der CeBIT präsentiert wurden. iSync von Druva beispielsweise sichert Unternehmens-Notebooks überall. Dabei soll die Leistung des Geräts während der Sicherung nicht leiden. Zur Übertragung sind alle verfügbaren Verbindungen geeignet, sogar ungesichertes WAN (Wide Area Network). Die Lösung kalkuliert für jede Anwendung die optimale Größe der übertragenen Datenpakete, teilt sie auf bis zu acht parallel bearbeitete Warteschlangen auf und dedupliziert sie noch an der Quelle, um so viel wie möglich über die Leitung zu pumpen. Veränderungen werden in kurzen Abständen in Form von Snapshots auf dem Server gespeichert. Zur Rücksicherung wählt der Anwender über eine Webschnittstelle den Zeitpunkt aus, zu dem die Daten noch in Ordnung waren – das gilt sogar für einzelne Dateien. 16 TB deduplizierte Daten und bis zu 2000 Anwendermaschinen passen auf einen Backup-Server. Druva kostet einmalig 600 Euro pro Server und 53 Euro pro gesichertes Gerät. Dazu kommen 16 Euro jährlich für die Wartung.

Commvault lässt den Anwendern bei Simpana 9 die Wahl zwischen Deduplizierung an Quelle oder Ziel. Die Anwender verwenden einen gemeinsamen Dedupe-Speicher, was die benötigte Gesamtkapazität verringert. Anwender können sogar einzelne Mails aus Exchange-Snaps und Einzeldaten aus Sharepoint wiederherstellen.