High-Tech-Gründerfonds

Die Start-Up-Szene lebt in der Krise auf

18.06.2009
Im Technologie-Sektor ist der Mut zur Unternehmensgründung trotz der Wirtschaftskrise größer denn je.

"Die Gründerszene ist zur Zeit lebendig wie lange nicht mehr", sagte der Geschäftsführer des High-Tech-Gründerfonds, Michael Brandkamp, am Mittwoch in Bonn. "Für viele Gründungen stellt die Krise auch eine Chance dar." Gründungen auf der Basis neuer Technologien seien auch ein Ausweg aus der Krise und wichtig für die Zukunft des Standorts Deutschland. "Gründertätigkeit in den neuen Technologien wird die Arbeitsplätze von morgen stellen."

Der staatlich initiierte Fonds ist das europaweit größte Förderprogramm für High-Tech-Gründer. Er steckt Risikokapital in junge, chancenreiche Technologieunternehmen aus allen Branchen, die vielversprechende Forschungsergebnisse umsetzen wollen. 2008 seien in Start-Up-Unternehmen 192 Beteiligungen investiert worden, davon habe der Gründerfonds 120 Anschubfinanzierungen ermöglicht, sagte Brandkamp. Im Jahr davor trug der Gründerfonds 89 von insgesamt 128 Beteiligungen mit. Für 2009 erwartet Brandkamp eine ähnlich positive Entwicklung.

In Bayern werden die meisten Gründer gefördert

Vor allem Hochschulen und Mittelstand seien der Nährboden für Gründer, sagte Brandkamp. Das Bundesland mit den meisten vom Fonds geförderten Gründungen ist Bayern (23,3 Prozent), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (14,8 Prozent). Schlusslichter sind Bremen, Sachsen-Anhalt, das Saarland und schließlich Mecklenburg-Vorpommern, das noch keine Start-Up-Finanzierung erhielt. Überdurchschnittlich oft erhielten Firmen aus Hamburg, Sachsen, Thüringen und Schleswig-Holstein eine Finanzierungszusage.

Der lange geforderte Transfer von Wissenschaft und Hochschulen in die Wirtschaft sei mittlerweile gelungen, sagte Brandkamp. Ausgründungen aus Hochschulen erhielten überdurchschnittlich viele Zusagen. Bei 21 Prozent der vom Fonds unterstützten Firmen handele es sich um Ausgründungen aus der mittelständischen Wirtschaft. Auf große Konzerne entfielen dagegen nur knapp vier Prozent.

Der Fonds ist mit einem Finanzierungsvolumen von rund 272 Millionen Euro ausgestattet, aus dem junge Firmen bis zu 500.000 Euro Starthilfe erhalten. Investoren der Public Private Partnership sind das Bundeswirtschaftsministerium, die KfW-Bankengruppe und die Konzerne BASF, Telekom, Siemens, Bosch, Daimler und Carl Zeiss. 185 Firmen haben seit Gründung des Fonds vor vier Jahren eine Start- Kapitalausstattung erhalten. Die meisten Kapitalzusagen entfielen auf die Sparten Internet und Software-Entwicklung, gefolgt von Medizintechnik und Biotechnologie. (dpa/ajf)

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