IT intim - Die Sorgen der CIOs

Die Standards setzt die Schwarmintelligenz

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Sie postulieren den Wechsel von einer unternehmens- zu einer konsumentengetriebenen Entwicklungsperspektive. Was bedeutet das für die IT-Prozesse?
Enrico Senger, Head IT Strategy Office, Schindler Informatik Ltd.
Enrico Senger, Head IT Strategy Office, Schindler Informatik Ltd.
Foto: Joachim Wendler

Drei Stichworte können diesen Wechsel verdeutlichen: Zum einen müssen Prozesse vom Konsumenten her gedacht werden; zweitens setzen Konsumenten und Nutzer die Standards, nicht IT-Abteilungen; und drittens werdne Social-Media-Plattformen künftig die Bedeutung von ERP-Systemen für das Prozess-Management bekommen. Was heißt das im Einzelnen?

Die meisten Unternehmen gehen beim Design ihrer kundenbezogenen Prozesse davon aus, dass der jeweilige Kunde alles bei ihnen kauft. Nur wenn er das tut, wird ihm das Leben wirklich erleichtert; ansonsten drohen ihm Inkompatibilitäten und unterschiedliche administrative Abläufe pro Lieferant. Das treibt ihn im Extremfall in den Konsumverzicht. Deshalb sind Standards notwendig, die es erlauben, mit der Konkurrenz zusammenzuarbeiten, anstatt sie auszusperren, wie das bei unternehmensspezifischen Standards häufig noch der Fall ist.

Standardisierung ist und bleibt notwendig für Komplexitätsbeherrschung und Effizienz. Die Unternehmens-IT strebte lange Zeit die höchstmögliche Standardisierung im Unternehmen an. Aber unterschiedliche Experten in unterschiedlichen Unternehmen setzten auch unterschiedliche Standards. Das erzwang unternehmensübergreifende Standards entlang der Wertschöpfungsketten. Und dann gibt es auch noch den Konsumenten als Nutzer, der für einen Teil des Tages in die Rolle des Mitarbeiters schlüpft, aber deshalb seine Vorstellungen von "Usability" nicht ändert.