Kaby Lake

Die siebte Intel-Core-CPU-Generation im Test

Thomas Rau ist Ressortleiter Hardware bei der PC-WELT. Sein Spezialgebiet sind Notebooks: Seit 1998 testet er Business- und Consumer-Laptops sowie andere mobile Geräte für unsere Schwesterpublikation. Zu seinen Themenbereichen gehören außerdem WLAN und Netzwerke.
Mit Kaby Lake macht Intel eher einen Zwischenschritt als einen Generationensprung. Was die neuen CPUs bringen zeigt ein erster Test.
Die neuen Intel-CPUs im Test: So gut ist die 7.Generation Kaby Lake
Die neuen Intel-CPUs im Test: So gut ist die 7.Generation Kaby Lake
Foto: Intel

Die neue Core-Generation von Intel geht zunächst mit Modellen aus der U- und Y-Serie (vormals Core m) an den Start. Sie sind für flache Notebooks, 2in1-Geräte und Mini-PCs vorgesehen und arbeiten als Zwei-Kern-CPUs mit Hyperthreading-Technologie. Die Kaby-Lake-Prozessoren für PCs kommen voraussichtlich erst im Januar 2017 auf den Markt.

Kein Tick-Tock mehr bei Intel

Nach Intels bisherigem Tick-Tock-Schema wäre nach der sechsten Core-Generation Skylake, die eine neue CPU-Architektur (Tock) auf der bestehenden 14-Nanometer-Fertigung einführte, mit der siebten Generation nun eigentlich das Debut der neuen Fertigungstechnik auf 10 Nanometer an der Reihe gewesen (Tick). Doch Kaby Lake ist eigentlich Skylake 2.0: Der Prozessor wird weiterhin im 14-Nanometer-Verfahren gebaut, den Intel aber inzwischen besser im Griff hat als zum Start von Skylake. Die verfeinerte Architektur nennt Intel 14FF+ statt 14FF wie bei Skylake. Sie soll den Kaby-Lake-CPUs zu höheren Taktraten und zu einem schnelleren Umschalten auf Turbo-Boost-Geschwindigkeit verhelfen.

Mehr Neuigkeiten haben die GPUs im Kaby-Lake-Prozessor zu bieten: Sie heißen Intel HD Graphics 615 und 620. 4K-Videos und die Codecs HEVC und VP9 unterstützen sie per Hardware-Beschleunigung, was den Prozessor bei der Wiedergabe entlastet und damit weniger Lüfterlärm und längere Akkulaufzeiten bedeutet.

Die 4K-Wiedergabe bleibt aber auf das System beschränkt, also Notebook oder 2in1: Denn HDMI 2.0 zur Ausgabe an einen externen Monitor unterstützt auch Kaby Lake nicht. Ebenso fehlt ihm ein Controller für USB 3.1 Gen2. Dafür benötigen Notebook-Hersteller nach wie vor einen zusätzlichen Controller- oder einen Thunderbolt-3-Chip.

Zum Test der neuen Kaby-Lake-Plattform nutzen wir ein Notebook von Tuxedo: Das Tuxedo Book BU1406 verkauft der Linux-Spezialist üblicherweise mit Ubuntu - in der getesteten Ausstattung kostet es rund 1100 Euro. Um vergleichbare Testergebnisse zu bekommen, haben wir Windows 10 Home auf dem 14-Zoll-Laptop installiert.

Das Tuxedo Book 1406: Der 14-Zoll-Laptop ist eines der ersten Notebooks mit Kaby Lake
Das Tuxedo Book 1406: Der 14-Zoll-Laptop ist eines der ersten Notebooks mit Kaby Lake
Foto: Tuxedo

Im Tuxedo Book BU1406 steckt ein Core i7-7500U mit 2,7 GHz Standardtakt. Die Taktrate klettert per Turbo Boost auf maximal 3,5 GHz. Die Dual-Core-CPU mit Hyperthreading hat wie die Skylake-Prozessoren der U-Serie eine Thermal Design Power (TDP) von 15 Watt. Sein direkter Vorgänger, der Core i7-6500U, arbeitet sowohl im Standardbetrieb als auch im Turbo-Boost mit einer niedrigeren Taktrate von 2,5 beziehungsweise 3,1 GHz.

Test: CPU-Rechenleistung

Im CPU-Test Cinebench R15 kann Kaby Lake den Taktvorsprung aber nicht in eine höhere Rechenleistung umsetzen: Er bleibt knapp hinter der Skylake-Konkurrenz Core i7-6500U zurück, mit einem Abstand von knapp fünf Prozent.

Ein schon von Skylake-Notebooks bekanntes Verhalten zeigt auch der Kaby-Lake-Prozessor im Tuxedo-Laptop: Je häufiger er den anstrengenden Benchmark durchläuft, desto niedriger liegt das Ergebnis - ein Hinweis darauf, dass der Prozessor die Taktrate unter Dauerlast senken muss, damit er nicht zu heiß läuft. Immerhin hält der Core i7-7500U seinen maximalen Standardtakt von 2,7 GHz während der ersten Benchmarks-Läufe. Viele Skylake-U-Prozessoren in besonders dünnen Notebooks schaffen nicht einmal das, sondern liegen teilweise deutlich darunter.

Test: 3D-Leistung

Ein eindeutiges Bild ergibt der Test der Grafikeinheit Intel HD Graphics 620. Sie schlägt die GPUs der Skylake-Prozessoren zum Teil sehr deutlich. Im Test Sky Diver des 3D Mark kann sie die HD Graphics 520 im Core i7-6500U bei der GPU-Leistung um rund 30 Prozent abhängen, was in den Grafiktests des Benchmarks rund fünf Bilder pro Sekunde mehr bedeutet.

Beim weniger effektintensiven Cloud-Gate-Test deklassiert das Kaby-Lake-Notebook entsprechende Skylake-Laptops um 30 bis knapp 50 Prozent - 10 bis 15 Bilder pro Sekunde mehr.

Der Grafikteil der Kaby-Lake-CPU kann auch im OpenGL-Test des Cinebench überzeugen - im Gegensatz zur CPU-Rechenleistung. Gegenüber dem Core i7-6500 arbeitet er rund 30 Prozent schneller.

Da die GPU auf das System-RAM als Grafikspeicher zugreift, kommt Kaby Lake auch der DDR4-Speicher zugute, denn Tuxedo ins Notebook einbaut - genauer gesagt sind es 16 GB DDR4-2133. Zwar unterstützt auch der Speichercontroller von Skylake DDR4-Speicher. Fast alle Notebook-Hersteller verbauen aber DDR3-RAM in ihren Skylake-Laptops.

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