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Die SEC verschärft die Gangart gegen Optionsbetrüger

21.07.2006
Drei Ex-Manager von Brocade werden wegen Betrugs angeklagt, weitere Prozesse sollen folgen.

Ein "klares Signal" an den Markt wollen die US-Börsenaufsicht SEC und die Staatsanwaltschaft des Northern Districts von Kalifornien mit ihren konzertierten Straf- und Zivilklagen gegen ehemalige Manager von Brocade senden. Des Betrugs mit Aktienoptionen beschuldigt werden der ehemalige CEO Greg Reyes, der ehemalige Finanzchef Tony Canova sowie die Ex-Personalchefin Stephanie Jensen. Ihnen wird zur Last gelegt, in den Jahren 1999 bis 2004 die Ausübungstermine von Aktienoptionen verschoben und dieses Verhalten durch die Veränderung von Berichten kaschiert zu haben.

Ex-CEO Reyes wird indes nicht vorgeworfen, eigene Optionen manipuliert und sich so bereichert zu haben. Profitiert von dem Verfahren hätten neu eingestellte Mitarbeiter, denen die werthaltigeren Optionen zum Start angeboten wurden. Jensen kontrollierte angeblich das System der Optionsausübung; Canova wird beschuldigt, dem Treiben von Reyes und Jensen kein Ende gesetzt zu haben. Reyes und Jensen drohen bis zu 20 Jahre Haft und Geldstrafen in Höhe von maximal fünf Millionen Dollar.

SEC-Chairman Chris Cox kündigte an, mit allen verfügbaren Mitteln gegen die Manager vorzugehen, denn die falsche Datierung von Aktienoptionen würde das Vertrauen der Investoren untergraben. Rund 80 Unternehmen in den USA werden derzeit wegen des "Back-dating" untersucht, ein großer Teil davon stammt aus der IT-Szene. Cox zufolge sei davon auszugehen, dass in den kommenden Wochen weitere Klagen gegen Manager anderer Unternehmen erhoben werden. (ajf)