Die SAP-Frage: Was kommt nach ESA?

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Noch während es für SAP darum geht, die Kunden von der Enterprise Services Architecture zu überzeugen, müssen parallel die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Dabei bleiben viele Fragen offen.

Nach 2007 werde es zunächst einmal nichts grundlegend Neues mehr geben, versprach SAP-Chef Henning Kagermann den rund 5000 Zuhörern in seiner Keynote auf der europäischen Kundenveranstaltung Sapphire in Paris.

Hier lesen Sie …

  • wie sich SAP den Wechsel in das SOA-Zeitalter vorstellt;

  • was der größte deutsche Softwarehersteller seinen Kunden mit ESA verspricht;

  • wie Walldorf die Geschäfte nach dem Umstieg auf My-sap am Laufen halten will.

Ob SAP-Chef Henning Kagermann über den Abschluss der ESA-Roadmap hinaus am Ruder bleibt, liegt im Dunklen. Sein Vorstandsvertrag läuft im kommenden Jahr aus - weitere Zukunft ungewiss.
Ob SAP-Chef Henning Kagermann über den Abschluss der ESA-Roadmap hinaus am Ruder bleibt, liegt im Dunklen. Sein Vorstandsvertrag läuft im kommenden Jahr aus - weitere Zukunft ungewiss.

Ab dem nächsten Jahr werde es vornehmlich darum gehen, das volle Potenzial aus der Enterprise Services Architecture herauszuholen, gab er die Marschrichtung für die Zeit nach dem Abschluss der ESA-Roadmap vor.

Nach ESA gibt es eine Pause

Damit gönnen die badischen Softwerker ihrer Klientel ab dem kommenden Jahr erst einmal eine Verschnaufspause. Seit 2003 forcieren sie den Umbau der eigenen Softwarelandschaft in eine Service-orientierte Architektur (SOA), haben dabei aber den Kontakt zu vielen ihrer Anwender verloren, die größtenteils noch der alten R/3-Welt verhaftet sind. Dass der Weg nicht leicht sein werde, daraus machte der größte europäische Softwarehersteller nie einen Hehl. Wiederholt sprach das Management von einem Paradigmenwechsel. Allerdings wolle man diesen den Anwendern so leicht wie möglich machen.

Den Beweis wird SAP jetzt antreten müssen. Nachdem die Diskussionen der zurückliegenden Jahre eher technisch geprägt waren, kommt es für SAP im ESA-Endspurt nun darauf an, die Kunden von den Vorteilen der neuen Architektur zu überzeugen. Daher rückte Kagermann den Kunden in den Mittelpunkt seiner Sapphire-Eröffnung. SAP habe in den vergangenen Monaten mit vielen Firmenverantwortlichen gesprochen, um zu erfahren, was diese umtreibt. Beruhigendes Ergebnis aus SAP-Sicht: IT werde mehr und mehr strategisch verstanden. Die Anwender sähen mittlerweile ein, dass sie ihr Geschäft auf eine innovativere und flexiblere Basis stellen müssten. Glaubt man dem SAP-Chef, sind damit die gebetsmühlenartig vorgetragenen Predigten der zurückliegenden Jahre auf fruchtbaren Boden gefallen.