Cloud verändert Berufsbilder

Die Rolle des IT-Profis im Cloud-Zeitalter

31.03.2011
Von Christian Wirth
Beim Cloud Computing verlässt der IT-Verantwortliche die Komfortzone des eigenen Corporate Network. Welche Kompetenzen braucht er, um seine neuen Aufgaben zu bewältigen?
Die Cloud verändert Berufsbilder
Die Cloud verändert Berufsbilder
Foto: microimages, Fotolia.de

Cloud Computing erfährt unverändert eine hohe Aufmerksamkeit. Wie der Branchenverband Bitkom in einer Umfrage unter 150 deutschen ITK-Anbietern zu Beginn des Jahres feststellte, ist die Wolke weiter das Topthema der IT und hat im Vergleich zu 2010 sogar noch an Bedeutung. gewonnen. Nach einer Studie der Experton Group wird der Umsatz mit Cloud Computing in Deutschland bis zum Jahr 2015 auf 8,2 Milliarden Euro steigen, mit einem durchschnittlichen Wachstum von fast 50 Prozent pro Jahr.

Trotz der beeindruckenden Zahlen ist die Implementierung von Cloud-Computing-Lösungen in die IT-Strategie eines Unternehmens kein Selbstläufer. Um das volle Potenzial ausnutzen zu können, müssen IT-Verantwortliche die "Komfortzone" des unternehmenseigenen Netzes verlassen und sich mit einem IT-Modell des Cloud-Zeit-alters auseinandersetzen.

Die Cloud verändert die gewohnten IT-Berufsbilder

Wer sich in diesem Umfeld über das klassische Berufsbild des Service-Managers hinaus ein "Performance-Diplom" verdienen will, muss über eine Reihe neuer Kompetenzen verfügen, um eine konstante Leistung der IT im Zusammenspiel über verschiedene interne und externe Quellen zu gewährleisten sowie eventuelle Fehler schnell zu lokalisieren und zu beheben. Der Service-Manager muss nicht nur zwischen Business und IT vermitteln, sondern sich darüber hinaus auch mit verschiedensten Fragen auseinandersetzen, die durch die Einführung von Cloud Computing eine neue Dimension erlangen:

• Ist die Sicherheit der Daten zu jeder Zeit gewährleistet? Überträgt man Teile seiner IT in die Cloud, gilt es darauf zu achten, dass Notfallpläne und die Rückgabe der Daten im Vorfeld eindeutig geregelt sind.

• Sind alle Compliance-Anforderungen erfüllt? Die eigenen Kontrollmöglichkeiten hängen sehr von den unterschiedlichen Service- und Einsatzmodellen ab. Die Entscheidung, welche Bereiche der eigenen IT teilweise oder vollständig in die Cloud verlegt werden, muss daher auch mit Blick auf die rechtliche Situation getroffen werden.

• Funktioniert der Dienst zuverlässig und schnell - und zwar aus der Sicht des Endanwenders? Performance-Einbußen auf Nutzerseite können viele Ursachen haben. Bei aller Flexibilität und Kostentransparenz ist Cloud Computing kein Allheilmittel. Der Service-Manager muss im Cloud-Zeitalter beim Überprüfen der Performance die Perspektive der Endanwender einnehmen können, um sicherzustellen, dass sie stabilen Zugriff auf Anwendungen haben, die vollständig oder teilweise in die Cloud ausgelagert wurden. Liegt ein Problem außerhalb des Unternehmensnetzes, ist es zudem entscheidend, schnell zu ermitteln, ob es grundsätzlich in bestimmten Regionen oder nur bei bestimmten Internet-Providern auftritt.

• Werden die Service-Level-Agreements (SLAs) des Anbieters eingehalten? Die Frage, ob man auch die Leistung bekommt, für die man gezahlt hat, ist in einem komplexen Zusammenhang nicht leicht zu beantworten. Auch hier ist es notwendig, sich schnell ein Bild von der tatsächlichen Performance machen zu können, wie sie der Endanwender erlebt.

Richtig eingesetzt, bietet Cloud Computing Unternehmen viele Vorteile. Sie können sich stärker auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und ihre IT flexibler und dynamischer an die Entwicklung ihres Geschäftsverlaufs anpassen.

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