Aus der Praxis und der Wissenschaft

Die richtige Anforderung ist das halbe Projekt

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Requirements Engineering führte lange ein Schattendasein. Doch ist es essenziell für das Gelingen eines Projekts. Ein Sammelband widmet sich dem Thema.
Praxistipps für Projektleiter und Anforderungsingenieure gibt der 180-seitige Sammel- band, der im Handel rund 50 Euro kostet.
Praxistipps für Projektleiter und Anforderungsingenieure gibt der 180-seitige Sammel- band, der im Handel rund 50 Euro kostet.
Foto: Heidelberger Springer Verlag

Anders als der Maschinenbau und das Bauingenieurswesen hat sich die Softwareentwicklung noch wenig Traditionen geschaffen. Deshalb greift sie in vielen Bereichen auf die Methoden und Prozesse anderer Disziplinen zurück. So beispielweise im Anforderungs-Management. Ein kürzlich im Heidelberger Springer Verlag erschiener Sammelband mit dem Titel "Requirements Engineering und Projektmanagement" will auch die softwarespezifischen Aspekte dieses Themas beleuchten. Dafür stehen die Herausgeber des Buchs.

Aus der Praxis und der Wissenschaft

  • Andrea Herrmann ist freie Software-Engineering-Trainerin in Stuttgart und Privatdozentin an der Universität Heidelberg. Zudem fungiert sie als Sprecherin der Fachgruppe Requirements Engineering in der Gesellschaft für Informatik.

  • Eric Knauss hat über Requirements Engineering und Experience Management promoviert. Seit 2005 ist er nun in Lehre und Forschung tätig, speziell im Bereich Software-Engineering.

  • Rüdiger Weißbach kommt aus der Praxis. Er war mehr als zwei Jahrzehnte in verschiedenen IT- und Organisationsabteilungen der Elektronindustrie und der Finanzdienstleistungsbranche beschäftigt. Seit 2009 gibt er sein Wissen weiter - als Professor für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg.

Der Unterschied zum Projekt-Management

Wie die drei Spezialisten konstatieren, ist die Bedeutung korrekter Anforderungen für den Projekterfolg unstrittig: Auf mangelhaftes Requirements Engineering lasse sich regelmäßig die schlechte Qualität oder gar das Scheitern von Projekten zurückführen. Das Thema habe aber lange im Schatten des "klassischen" Projekt-Managements gestanden.

Herrmann, Knauss und Weißbach sehen das Anforderungs-Management als eigenes Fachgebiet mit spezifischen Methoden, Werkzeugen und Zielen. Es gehe hier darum, ein gemeinsames Verständnis für die Anforderungen herzustellen, bevor überhaupt ein Projektplan erstellt, verfolgt und eingehalten werden könne. Das verlange andere Kompetenzen und arbeite mit einer anderen Terminologie. Deshalb plädieren die Herausgeber dafür, die Fachgebiete Anforderungs-Management und Projekt-Management zu trennen.

Der Sammelband will ausdrücklich keine Einführung für Themenneulinge bieten, sondern praktische Tipps für erfahrene Projektleiter und Anforderungsingenieure geben. Er umfasst knapp 180 Seiten und kostet im Handel rund 50 Euro. (mhr)