Digitalisierung

Die Public Cloud stützt die digitale Transformation

08.07.2016
René Büst ist Director Market Research & Technology Evangelism bei der Arago GmbH. Zuvor war er Senior Analyst und Cloud Practice Lead bei der Crisp Research AG sowie Principal Analyst bei New Age Disruption und Mitglied des weltweiten Gigaom Research Analyst Network. Seit Ende der 90er Jahre konzentriert er sich auf den strategischen Einsatz der Informationstechnologie in Unternehmen.
Die Public Cloud ist eines der wichtigsten Vehikel im Rahmen der digitalen Transformation. Nur mit dynamischen und global skalierbaren Infrastrukturen können Unternehmen ihre IT-Strategien an die sich ständig verändernden Marktbegebenheiten anpassen und damit die Unternehmensstrategie agil unterstützen.

Die digitale Transformation hat die Welt fest im Griff. Was sich schon seit Beginn der 80er Jahre schleichend entwickelt, erreicht heute seinen ersten Höhepunkt und bringt Unternehmenslenker und IT-Entscheider in Erklärungsnöte. Unternehmen sind angehalten, ihre Geschäftsmodelle und alle dazugehörigen Prozesse neu auszurichten und im Rahmen ihrer IT-Strategie die individuelle digitale Agenda voranzutreiben.

Public Cloud-Umgebungen bieten ideale Voraussetzungen, um die Digitalisierungsstrategien von Unternehmen jeder Größe zu unterstützen. Startups haben den Vorteil, auf der grünen Wiese zu starten, da sie keine Legacy-IT zu berücksichtigen haben. Sie können langsam wachsen, ohne von Beginn an massiv in IT-Ressourcen zu investieren. Etablierte Unternehmen brauchen im Rahmen ihrer digitalen Evolution insbesondere Geschwindigkeit, um mit den sich schnell verändernden Marktbedingungen Schritt halten zu können. Eine Idee zu haben, ist aber nur der Anfang: Meistens scheitert der schnelle Go-to-Market an der technischen Umsetzung wegen nicht rasch genug verfügbarer IT-Ressourcen sowie dem Mangel an modernen Tools und Services, die bei der Entwicklung maßgeblich unterstützen können.

Fokusthemen im Rahmen der digitalen Transformation
Fokusthemen im Rahmen der digitalen Transformation
Foto: Crisp Research, 2015

Unter denjenigen Unternehmen, die ein aktiver Teil der digitalen Evolution sein wollen, nehmen Cloud-Plattformen und -Infrastrukturen einen zentralen Platz innerhalb der IT-Strategie ein. So zeigt sich, dass Infrastructure-as-a-Service (IaaS) mit 63 Prozent und Platform-as-a-Service (PaaS) mit 70 Prozent weit oben auf der kurz- und mittelfristigen Agenda der CIOs stehen und als Basis für Entwicklung und Betrieb neuer Applikationen eingesetzt werden. Weitere 65 Prozent treiben zudem gezielt die Themen Software-Defined Network (SDN) sowie Data Center Automation kurz- und mittelfristig voran, um auf der Infrastrukturebene für mehr Flexibilität zu sorgen.

Diese Form der Flexibilität versprechen sich Unternehmen insbesondere von IaaS, welches von 82 Prozent der IT-Entscheider (vgl. Studie: "Digital Business Readiness") als ein charakteristisches Merkmal einer Next-Generation IT-Infrastruktur eingeordnet wird. Das hat einen naheliegenden Grund: Der durch die eigenen Fachabteilungen ausgeübte Druck und der Wunsch nach mehr Flexibilität und kurzem Time-to-Market neuer Applikationen wird stetig größer. CIOs sind somit gut beraten, sich konsequent auf den Einsatz von Public Cloud-Infrastrukturen zu konzentrieren, mit denen sie die Grundvoraussetzungen für das digitale Unternehmen schaffen und ihren Fachabteilungen die notwendigen Enablement-Plattformen bereitstellen. Als Teil der Digitalisierungsstrategie rücken Public Cloud-Infrastrukturen immer mehr in den Vordergrund. Sie bieten die ideale Grundlage für einen unkomplizierten Zugriff auf IT-Ressourcen, ermöglichen der sogenannten "Old Economy" agiles Handeln und präsentieren sich immer häufiger als die Brutstätte neuer und zum Teil disruptiver Geschäftsmodelle.

Digital Business funktioniert nicht ohne Public Cloud

In den vergangenen Dekaden haben IT-Abteilungen eine Vielzahl an IT-Systemen entwickelt, eingeführt, aktualisiert und abgelöst. Sie haben sich damit als Instandhalter für den IT-Maschinenraum positioniert. Im digitalen Zeitalter ist die IT-Abteilung jedoch zusätzlich gefordert, einen maßgeblichen Beitrag zum Produkt zu leisten und bei dessen Entwicklung und Verbesserung sowie der Prozessoptimierung zu unterstützen. Mit dem bloßen Aufbau und Betrieb der IT-Umgebungen und -Infrastrukturen schaffen CIOs für ihr Unternehmen jedoch keinen direkten Mehrwert. In diesem Fall sind sie lediglich die unterstützende Kraft im Hintergrund, ohne Einfluss auf das Geschäftsmodell respektive den Geschäftserfolg zu haben.

Für die IT-Abteilung geht es also mittlerweile um viel mehr, als nur den Status Quo zu erhalten. Die IT muss sich als strategischer Partner und Business Enabler verstehen und eng mit den unterschiedlichen Fachabteilungen zusammenarbeiten, um so zu helfen, einen strategischen Wettbewerbsvorteil zu erzielen. Public Cloud-Infrastrukturen unterstützten IT-Abteilungen dabei, das von ihnen geforderte Enablement zu liefern und damit die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens zu steigern. CIOs bieten ihren internen Kunden damit:

  • Ständigen Zugriff auf State-of-the-Art Technologien

  • höherwertige Services, mit denen sich neue digitale Produkte effizienter entwickeln lassen

  • Kostengünstiges Ausprobieren und die Entwicklung von Proof of Concepts

  • Verbesserung der Customer Experience mit neuen "Customer-Facing" Lösungen, um die Kundenbeziehung zu stärken

  • Eine engere Verzahnung ganzer Prozess- und Lieferketten innerhalb des Unternehmens sowie mit Partnern und Lieferanten

Im digitalen Zeitalter dreht sich allerdings alles um Produkte und Services, die einmal entwickelt werden und sich anschließend einer unbegrenzten Anzahl von Kunden bereitstellen lassen. Somit wird nicht mehr nur eine ausgewählte Anzahl an Kunden adressiert. Stattdessen ist der zu erwartende Kundenstrom nicht vollständig abzusehen. Insbesondere das virale Marketing sollte in der heutigen Zeit nicht unterschätzt werden und hat schon so manche Unternehmensinfrastruktur in die Knie gezwungen. Moderne IT-Infrastrukturen müssen auf solche Situationen vorbereitet und entsprechend in der Lage sein, darauf elastisch zu reagieren.