Fraunhofer-Studie zu Social Media

Die Polizei arbeitet mit Twitter

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Das Forschungsprojekt „Composite“ untersucht, ob und wie organisatorische und kulturelle Aspekte die Erfolgswahrscheinlichkeit von Veränderungsprozessen in Polizeiorganisationen beeinflussen. Dabei geht es auch um Facebook, Twitter und Co.
Foto: twitter

Eine Studie des Projekts "Composite" - Comparative Police Studies in the EU - sieht im Einsatz von Social Media eine zentrale Herausforderung für europäische Polizeiorganisationen. So haben den Angaben zufolge Gesuche zur Mithilfe bei Fahndungen über Twitter in der Vergangenheit bereits Erfolge erzielt. Das teilte das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT mit.

Im Mittelpunkt der Polizeien der Länder stehen Überlegungen, wie solche Systeme eingesetzt werden können, um die Öffentlichkeit einzubinden, den Nutzen Polizeiaktionen transparenter zu machen und das Vertrauen in die eigene Arbeit zu erhöhen. Social Media erlaube lokale Angebote und könne eine enge vertrauensvolle Verbindung zwischen Bürgern und Polizeien herstellen, heißt es. In Großbritannien seien Tests mit Twitter positiv und mit großem Interesse aufgenommen worden.

„Social Media, so zeigt unsere Studie, wird besonders in den Niederlanden und Großbritannien bereits aktiv genutzt. Alle Länder sehen Social Media aber als zentrale Herausforderung der Zukunft und glauben, dass solche Werkzeuge die Polizeiarbeit nachhaltig verändern werden", sagte Sebastian Denef, Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT.

Das Projekt wird von der Europäischen Union im Rahmen des FP7-Forschungsrahmenprogramms gefördert, hat eine Laufzeit von 48 Monaten und startete im August 2010. 15 Institutionen aus zehn europäischen Ländern beteiligen sich dran.