Open-Source- und Linux-Rückblick für KW 3

Die ownCloud wird fünf

20.01.2015
Am 17. Januar 2010 wurde die ownCloud in San Diego angekündigt. Das Projekt hat seitdem viel erreicht.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Open-Source und Linux in Kalenderwoche 4. Mozilla Firefox 35 bringt WebRTC-Client Hello mit sich.

CompuLan und Linux Mint stellen die MintBox Mini vor.

ownCloud feiert fünften Geburtstag

Auf dem Camp KDE in San Diego wurde die ownCloud am 17. Januar 2010 angekündigt. In der Zwischenzeit gibt es Version 7, viele Verbesserungen und neue Funktionen. Zum Beispiel wurde der ownCloud mit Version 6 eine Online-Textverarbeitung spendiert.

Blue Box – die „Alles-Easy-Private Cloud“? - Foto: Nmedia_Fotolia.com

Blue Box – die „Alles-Easy-Private Cloud“?

Weiterhin kann man Inhalte mit anderen ownCloud-Instanzen teilen und gemeinsam benutzen, ohne ein Konto auf der anderen ownCloud-Installation zu besitzen. Das nennt sich Server 2 Server Sharing. Damit wird die Private Cloud zu einer Art Public Cloud.

Auch die Web-Oberfläche hat sich im Laufe der Jahre geändert. Sie ist immer Anwender-freundlicher geworden und wurde ebenfalls an mobile Geräte angepasst.

Der Administrator kann bei ownCloud 7 sehr genau bestimmen, welcher Anwender welche App verwenden darf. Er hat somit wesentlich mehr Kontrolle über die Private Cloud.

Der ownCloud-Sync-Client wurde im Laufe der Zeit ebenfalls brauchbar. Musste der Desktop-Client für Linux, Windows und Mac OS X anfangs mit diverse Problemen kämpfen, ist er in der Zwischenzeit wesentlich performanter geworden. Außerdem darf der Anwender eine Ignorier-Liste führen und sich seit Version 1.7 aussuchen, welche Ordner synchronisiert werden sollen.

Zum Gesamtpaket der ownCloud gehören außerdem Kalender und Kontakte, die sich mit diverse Clients via CalDAV und CardDAV synchronisieren lassen.

Die ownCloud ist in fünf Jahren auf jeden Fall gereift und es sind Projekte für sehr große Installationen im Gange. Die Enthüllungen Edward Snowdens haben der ownCloud natürlich auch geholfen, da der Ruf nach Kontrolle über die eigenen Daten wesentlich größter wurde.

Happy Birthday, ownCloud und wir freuen uns auf viele weitere tolle Funktionen!

Firefox 35 und WebRTC-Client Hello

Mozilla bringt relativ häufig eine neue Firefox-Version heraus und immer gibt es Verbesserungen. Diesmal ist jedoch eine besondere Ausgabe, da der WebRTC-Client Hello per Standard aktiviert ist. Bei Firefox 34 wurde Hello mit ausgeliefert, man musste diesen jedoch manuell aktivieren.

Firefox Hello ist ein Client für Chat, Video- und Sprach-Anrufe und macht eine Web-basierte Kommunikation recht einfach. Man schickt dem Partner einfach einen klickbaren Link. Dieser muss nun einfach den Anweisungen folgenund irgendwann klingelt dann mein Browser.

Sie können die neueste Firefox-Version bei Mozilla herunterladen. Viele Linux-Distributionen stellen die aktuelle Version über die üblichen Update-Mechanismen zur Verfügung.

MintBox Mini

Die MintBox Mini basiert auf dem fitlet und ist nur 2,4 Zentimeter hoch. Der kleine Rechner ist lüfterlos. Als Herzstücke dienen ein AMD A4 6400T und eine Radeon R3 GPU. Weiterhin ist ein SSD mit 64 GByte Storage vund vier GByte RAM verbaut.

Die MintBox Mini bringt außerdem fünf USB-Ports mit sich, von denen zwei USB 3.0 sind. Kopfhöhrer-Ausgang, Mikrofon-Eingang und MicroSD-Kartenlesegerät sind ebenfalls vorhanden. Eine Besonderheit sind zwei HDMI-Eingänge, damit man zwei Bildschirme gleichzeitig betreiben kann.

Die MintBox Mini wird Linux Mint als Betriebssystem enthalten und soll im zweiten Quartal 2015 verfügbar sein. In Deutschland wird das Gerät voraussichtlich via Amazon vertrieben. Der Preis dürfte um die 295 Euro betragen.

Tor Browser 4.0.3

Tor Browser wurde auf Version 4.0.3 aktualisiert. Die Software basiert auf Mozilla Firefox 31.4.0esr und klingt sich automatisch in das Anonymisier-Netzwerk Tor ein.

Man muss Tor Browser 4.0.3 lediglich herunterladen, auspacken und starten. Danach kann man sich mit dem Tor-Netzwerk verbinden. Die Entwickler warnen allerdings, dass eine Benutzung kein Freibrief ist. Man muss seine Gewohnheiten umstellen, um anonym zu bleiben. Nur so schützt man seine Privatsphäre ausreichend.

Wer Tor Browser 4.0.3 vorinstalliert auf einer Linux-Live-Distribution nutzen möchte, kann dafür das kürzlich veröffentlichte Tails (The Amnesic Incognito Live System) 1.2.3 verwenden. Die Distribution leitet sämtlichen Netzwerk-Traffic durch Tor.